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stilles glück journaling

Warum mein Leben erfüllter ist, seitdem ich das Glück nicht mehr suche

“Entschuldige, aber du siehst für mich nicht wie der typische glückliche Mensch aus.” Ok, das gab mir zu denken. Nicht, weil ich unglücklich war. Im  Gegenteil. Vielleicht habe ich dich hier auf dem Blog in die Irre geführt, indem ich das Wort Glück und Glücklichsein etwas zu oft in den Mund genommen habe. Also lass uns übers Glücklichsein reden.

Glück ist ein Chamäleon.

Der eine entdeckt es in dieser Gestalt, der andere in jener. Und dann ist es auch schon wieder weg und man sucht und sucht, ob man es nochmal erspäht.

Glück ist für mich nicht mehr der ultimative Maßstab für meine Lebensqualität. Ich habe viele Jahre gesucht. Nach einem Weg, wie ich das Glück finden kann. Ich wollte einen Haken an den Punkt auf meiner Lebensliste machen. Mittlerweile habe ich das Glück für mich abgehakt, weil ich es nicht mehr als Ziel verfolge. Und man könnte sagen, seitdem bin ich glücklicher als jemals zuvor.

Denn ja, Begriffe und ihre Definitionen… Es sind Gefäße mit sehr subjektivem Inhalt.

Glück, das wird häufig verbunden mit der lauten Lebensfreude. Dem Extrovertierten. Dem Überschwänglichen. Oder dem glücklichen Zufall. Dem intensiven Hormonbrodeln. Dem die Welt-umarmen-wollen-Gefühl. Dem kurzen Kick des Erfolgs.

Aber es gibt auch das stille Glück.

Das Glück, das man auch als Lebensfreude, als Zufriedenheit oder als Erfülltheit bezeichnen kann. Das unterschwellige Ja zum Leben, das immer mitschwingt, auch wenn es mal steil bergab geht oder es einen unsanften Aufschlag gibt. Das Glück, das aus dem Vertrauen erwächst, wertvoll und liebenswert zu sein, unabhängig von jeder Leistung. Das aus der Gewissheit entsteht, dass die eigene Existenz Sinn hat, auch wenn wir dieser uns entgleitet oder wir ihn noch nicht erkennen. Das Glück, das uns begleitet, wenn wir unserem inneren Kompass folgen.

Um dieses Glück geht es mir auf Schreiben wirkt.

“We already have everything we need. There is no need for self-improvement.” Pema Chödrön

Während das laute Glück ein Besucher ist, mit dem man eine gute Zeit hat und den ich immer wieder gerne willkommen heiße, kann das stille Glück ein Lebenspartner sein.  

Während das laute Glück eine kurze Befriedigung und ein kurzes Gefühl von Ankommen vermittelt, ist das stille Glück eine innere Flamme, die dich das ganze  Leben über von Innen wärmt.

Wenn du mich jetzt fragst, wie du dieses Glücksgefühl erreichst, dann habe ich nicht die ultimative Schritt-für-Schritt-Anleitung. So langweilig ist das Leben nicht. Es hat sich für jeden von uns einen ganz individuellen Weg zum Glück ausgedacht. Was ich bei meiner Glückssuche in den vergangenen Jahren gelernt habe, ist aber das:

Das stille Glück braucht den Mut, sich selbst begegnen zu wollen und schmerzhafte Erfahrungen auszuhalten. Es braucht die Bereitschaft, sich selbst mit Liebe zu betrachten und die Fähigkeit, die eigenen innere Stimme zu hören. Es braucht Geduld, Neugier und Vertrauen.

Das stille Glück ist eine Lebensweise und kein Ziel.

Du kannst es nicht einmal erlernen und dann für immer beherrschen. Und das ist eine gute Nachricht. Denn es ist in jedem von uns angelegt ist. Wir müssen es uns nicht erst erarbeiten. Nur wird es häufig durch äußere Umstände verschüttet. Das stille Glück ist der göttliche Funken in uns. Wenn es uns gelingt, uns mit ihm zu verbinden, dann stellen sich keine Fragen nach dem Suchen und Finden des Glücks. 

Es gibt unzählige Wege, sich mit diesem inneren Glück zu verbinden. Ich liebe es, dafür Stift und Papier zur Hand zu nehmen oder in die Tasten zu tippen. Aus dieser Liebe ist Schreiben wirkt entstanden.

Das Schreiben hat mich über die Jahre vom rastlos Suchenden, vom verbissenen Erfolgsdenker und neurotischen Selbstoptimierer zu einem Menschen gemacht,  der der Gefühl hat, dass er das Glück nicht mehr suchen muss, sondern immer häufiger leben darf.

Ich mag nicht (oft) glücklich im lauten Sinn erscheinen, aber ich genieße das stille Glück.

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3 comments

  1. Bettina says:

    Lieber Paul,

    ein wundervoller Beitrag – sowohl sprachlich, als auch inhaltlich. Vielen Dank dafür! Das stille Glück – das ist auch das Glück, das ich vor allem lebe und genieße. Denn es ist das Glück, das von Dauer ist. Das bleibt, auch wenn es im Außen nicht nach Glück aussieht. Es ist die Sonne, die ich in meinem Inneren aufsteigen lassen kann und an deren Licht und Wärme ich mich immer nähren kann – Was immer auch ist und wo immer ich auch bin.

    Alles Liebe
    Bettina

  2. Peter says:

    Ich suchte das Glück viele Jahrzehnte und fand es nicht. Dann fing ich an gesund zu essen und produziere es mir täglich durch Glückshormone selber. Wer das tut wird täglich glücklich sein. Alle Hormone die wir haben sind gleichzeitig auch die Belohnung die uns motivieren gesund zu essen und sich zu bewegen, ausreichend schlafen und sich so sehr an zu strengen das sogar neue Gehirnzellen entstehen. Im Hirn können wir uns trösten aber nicht das Glück ergreifen, denn wie alles im Leben gewöhnt man sich daran sehr schnell und der Reiz müsste erhöht werden ständig um im Hirn das Glück zu spüren. Nur Hormone können das ohne Sucht und ständig höhere Reize. Durchschaut man das, ist Glück Chemie im Körper. Was ich aber genieße ist, dass alle die sich ihre Glückshormone selber herstellen, endlich aufhören Egoisten und Selbstsüchtige zu sein 😇

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