Zum Glück gebloggt: Interview mit Mischa von Adios Angst

Du bist unzufrieden mit deinem Leben? Steckst mitten in einer Krise? Fang an zu bloggen. Es ist ein großartiger Weg, sich selbst besser zu verstehen und das Steuer des eigenen Lebens herumzureißen. Wie das aussehen könnte? In meiner Interviewreihe erzählen erfolgreiche Blogger, wie sie sich aus ihrer Krise herausgeschrieben haben.

Warte nicht darauf, dass bessere Zeiten kommen, sondern blogg sie herbei. Das haben schon einige vor dir getan. Und um dir etwas Motivationshilfe zu geben, habe ich ein paar interessante Blogger geben, mir zu erzählen, wie sie sich aus ihrer Krise herausgeschrieben haben, welche Herausforderungen ihnen begegnet sind und und was sie anderen für ihren Bloggerweg mitgeben möchten.

Den Auftakt meiner Reihe macht Mischa von Adios Angst, einer meiner Lieblingsblogger.  Ich habe ihn relativ früh auf seinem Bloggerweg entdeckt und war immer weider sprachlos, wie radikal er sein Leben in relativ kurzer Zeit zum absolut positiven verändert hat. Ein Grund, warum es jetzt Schreiben wirkt gibt. Das Phänomen wollte ich näher kennen lernen. Aber jetzt zu Misch und seiner Geschichte…

10 Fragen an Mischa Miltenberger von Adios Angst

1. Mischa, wie würdest du deine Krise beschreiben, die dich zum Bloggen geführt hat und welche Rolle hat das Bloggen dabei gespielt, diese Krise zu überwinden?

Ääähm, „Durchs Bloggen in die Krise und aus der Krise!“ – echt ne gute Nische. War bei mir aber nicht so. Mein Zusammenbruch vor 3 Jahren führte dank meiner Erkenntnis, dass mein Leben so nicht weitergehen kann, zu einer Reihe von teils krassen Veränderungen. Drei davon: Job kündigen, VW Bus kaufen, 6 Monate auf Europatour gehen.

Weil ich über diese Tour berichten wollte und über all das, was sie mit mir im Inneren so anstellt, habe ich meinen Blog ins Leben gerufen. Ich bin jeden Tag glücklich und dankbar, dass ich so vielen Menschen damit Mut machen darf. Und gleichzeitig hat das Schreiben einen therapeutischen Effekt, da ich manche Dinge für mich noch klarer auf den Punkt bringe oder mir beim Schreiben Fragen kommen, die ich vorher gar nicht hatte.

2. Jeder kennt wohl die Angst davor, den Veröffentlichen-Button zu klicken. Was hat dir den Mut gegeben, deine sehr persönlichen Gedanken und Gefühle mit einer nicht absehbaren Zahl unbekannter Menschen im Netz zu teilen?

Eine meiner vielen Erkenntnisse. Nämlich, dass ich mir mit dem jahrzehntelangen Versteckspiel selbst geschadet habe. Dass es mir nur gut geht, wenn ich frank und frei über meine Themen rede. Und dass ich für mein Outing nach dem Klinikaufenthalt so herzerwärmendes Feedback bekommen habe, dass ich auch vor einer größeren Öffentlichkeit keine Angst haben musste. Meine gesammelten Gedanken zu dem Thema habe ich hier niedergeschrieben.

3. Was sind 3 Dinge, die du durch das Bloggen gelernt hast, die du nicht erwartet hattest?

1.) Dass ich mit meinem Blog pro Monat mehr Leser erreiche als der Lokalteil der Tageszeitung, für die ich früher gearbeitet habe.

2.) Dass viele Leser sich trauen, von ihren schmerzhaften (und natürlich auch großartigen) Gefühlen zu schreiben, sich öffnen und damit wieder anderen Lesern helfen.

3.) Dass Facebook – von mir viele Jahre lang vehement abgelehnt – so ein geniales Medium ist, um die eigene Botschaft zu verbreiten und mit den Lesern auf ganz schnellem Weg zu kommunizieren.

4.) Dass Listen-Posts, bei denen am Ende die Zahl der Tipps nicht mit der Zahl in der Überschrift übereinstimmt, total witzig sind.

4. Was ist oder war das schwierigste am Bloggen und was ist deine Strategie mit der Herausforderung umzugehen?

Die Ein-Mann-Show. Mein Blog steht und fällt mit meiner Authentizität. Also kann ich nicht einfach Artikel oder Newsletter von jemand anderem schreiben lassen bzw. Kommentare und E-Mails outsourcen. Somit braucht in der Summe – neben all den vielen anderen Aufgaben – Bloggen ganz schön viel Zeit, Energie und Durchhaltevermögen.

Die Herausforderung ist also, an gewissen „Ich-hab-definitiv-keinen-Bock-mehr-auf-die-doofe-Bloggerei-und-geh-jetzt-Surfen“-Tagen mir kurz zu überlegen, wie wichtig meinen Lesern und mir der Blog ist und dass er in der meisten Zeit richtig viel Freude macht. Und dass ich jeden Tag die Wahl habe, nur so viel Energie hineinzustecken, wie ich dafür übrig habe.

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Lieblingsschreibplatz? Mischa schreibt überall, wo es ihn hinzieht – gerne auch mal im Freien.

5. Vor welcher falschen Erwartung möchtest du Leser warnen, die Bloggen nutzen wollen, um sich aus einer Krise zu befreien?

Ah, das ist sie wieder, die Krise. Fragt sich, aus welcher Krise? Aus einer finanziellen? Oh nein, dann geht bitteschön kellnern oder tanzt als Animateure mit verzogenen Kindern in einem Club auf Teneriffa am Pool herum. Bloggen ist definitiv kein Businessmodell, sondern genau genommen nur ein Marketingtool. Extrem wenige Blogger können (richtig gut) davon leben. Wenn ich in gewissen Facebook-Gruppen lese „Ich habe meinen Job gekündigt und einen Blog gegründet“, dann verdrehe ich nur die Augen und murmle vor mich hin: „Und jetzt sag mir bitte noch, womit du Geld verdienen willst.“

Oder geht es um die persönliche Krise? Dann überlege dir gut, ob du es aushältst, eine öffentliche Person zu werden, deren Namen und Adresse im Impressum des Blogs steht, deren Texte und Bilder alle Menschen auf der Welt sehen können. Und ob du fähig und willens bist, mit Kritik umzugehen und nicht jeden persönlichen Angriff von Arschlöchern, die ihr eigenes Leben hassen und ihren Frust an dir auslassen, dir zu Herzen zu nehmen (zum Glück mache ich diesbezüglich extrem wenige negative Erfahrungen).

6. Wie gehst du mit Selbstzweifeln, allgemein und beim Schreiben, um?

Wenn der innere Kritiker im Kopf wieder laut wird, sage ich ihm „Halt die Fresse!“ Das reicht. Dann muss ich lachen und die Situation ist bereinigt. Beim Schreiben selbst habe ich keine Zweifel, weil ich weiß, dass ich einen guten Stil und dazu eine Menge Humor habe.

7. Welcher Artikel auf deinem Blog liegt dir am meisten am Herzen und warum?

Da fallen mir auf Anhieb mindestens 10 Artikel ein. Ich entscheide mich für diesen hier.
A) Er ist brandaktuell und markiert einen kleinen Wendepunkt bzw. eine Weiterentwicklung meines Blogs.
B) Das Thema löst sehr kontroverse Diskussionen aus und ich liebe es, damit Freunde, Familienmitglieder und Nachbarn (und mich selbst) in Verwirrung zu stoßen und über neue Perspektiven zu reden.

8. Welchen Rat würdest du deinem Ich geben, das noch ganz am Anfang des Bloggerwegs steht?

Sei du selbst, bleib du selbst! Nichts ist grausamer, als ein Wischi-Waschi-Blogger, der es jedem rechtmachen will und keinerlei Konturen zeigt. Es ist dein Blog, dein Leben, also zeig dich, mach dich angreifbar, sei authentisch und die Leser werden dich lieben. Du bestimmst die Spielregeln. Langeweiler-Blogs gibt es schon genug. Wie gut, dass mein Ich das damals schon so gewusst hat …

9. Zwei Literaturtipps: einen zum Schreiben, einen zum Wachsen – welche Bücher sollte man unbedingt lesen?

Der beste Tipp fürs gute Schreiben: Der Blog Schreibsuchti und das dazu gehörige E-Book, das es sogar kostenlos gibt. Walter hat’s echt drauf und ist mit seinen Tipps für dich als (angehenden) Blogger zehnmal hilfreicher als alle anderen altbackenen Tipps, die so auf dem Markt herumschwirren.

Fürs persönliche Wachstum empfehle ich definitiv die großartigen Buchtipps meiner Leser. Hier vor allem „Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt“ und „Gespräche mit Gott“. Die beiden Bücher fluten mich richtiggehend mit Erkenntnissen, Aha-Momenten und positiver Verwirrung.

10. Welche Pläne hast du mit deinem Schreiben oder konkret deinem Blog?

Mein wichtigstes Ziel beim Schreiben ist, dass ich selbst Freude daran habe und mich in meinen eigenen Texten erkenne. Wenn meine Leser auch noch davon profitieren und erkennen, wie viel Herzblut und schonungslose Ehrlichkeit drinsteckt, macht das die Sache noch schöner.

Mittelfristig werde ich auf dem Blog auch verschiedene Angebote/Produkte vorstellen, die ich derzeit entwickle und mit denen ich den Menschen helfen kann, Ängste zu überwinden, um endlich die nötigen und entscheidenden Veränderungen in ihrem Leben vorzunehmen. Alles das, wovor sich viele fürchten, habe ich schon erlebt. Damit bin ich der ideale Helfer und Begleiter auf dem Weg. Mein großes praktisches Wissen durch meine geballten Erfahrungen wird dabei noch durch großartige Tools aufgewertet, die ich gerade in der Coachingausbildung lerne.

Auf meinem Vision Board stehen ganz groß Seminare, bei denen ich Menschen unter Einbeziehung der körperlichen und geistigen Ebene auf ein neues Level helfe – natürlich mit Hilfe von richtig viel Humor.

 

Hat dir das Bloggen schon einmal durch eine Krise hindurch geholfen? Schreib mir gern einen Kommentar oder eine Mail und erzähl deine Geschichte! Du hast einen Vorschlag, welchem Blogger ich unbedingt auch diese Fragen stellen sollte? Mein Posteingang freut sich über jede Mail :).

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1 Comment Zum Glück gebloggt: Interview mit Mischa von Adios Angst

  1. Johannes Auer

    Hallo Mischa , Punkt 10 ! Lass mich bitte wissen wenn du damit auf den Markt gehst. Großes Interesse:-) 🙂 🙂 . Bloggen für mich ( noch ) kein Thema …P.S. Dein Stil ,deine Themen & Ansätze zur Lösung sind wirklich sehr hilfreich , auch deine Kommentar – Antworten . FB = Adios Angst , der Rest braucht nur noch wenig Zeit … Auch gut ! Gruß Joe

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