Wie Tagebuchschreiben dein Leben verändern kann

Ein Gastartikel von Bettina Hielscher

Um Tagebuch zu schreiben musst du nicht schreib-affin sein. Wirklich nicht!

Du musst auch kein Mädchen sein. Es ist richtig, dass hauptsächlich Mädchen Tagebuch schreiben, trotzdem heißt das nicht, dass es nichts für dich ist, wenn du männlich bist.

Tagebuchschreiben ist auch kein Trend, der out geworden ist oder ein Teenie-Ding. Ja, im Teenie-Alter schreibt man sicherlich häufiger, als im Erwachsenenalter, trotzdem tun es mehr Erwachsene, als du vielleicht denkst.

Je älter man ist, desto mehr verändert sich das Schreiben. Logisch. Man ist erfahrener und sieht Dinge aus einem anderen Blickwinkel, mit einem erweiterten Horizont und nicht nur auf sich selbst fixiert, wie als Teenager. Im Teenie-Alter schreibt man, um Probleme und Gefühle zu verarbeiten. Im Erwachsenen-Alter kann Schreiben dich darin unterstützen, persönlich zu wachsen. Dazu braucht es Reflexion. Eine Fähigkeit, die ein Teenager noch nicht oder eher selten besitzt. Die Fähigkeit, sich und sein Verhalten zu hinterfragen und daraus Erkenntnisse zu ziehen.

Und genau dafür ist das Tagebuchschreiben im Erwachsenen-Alter wertvoll: Um zu reflektieren.

4 Wege, wie reflektierendes Schreiben dein Leben verändern kann

1. Du kannst Belastendes verarbeiten

Tagebuchschreiben ist wie sich jemandem offenbaren, nur dass da keiner ist, der Ratschläge erteilt oder dich vielleicht nicht versteht. Sondern da ist eine Stille, die alles hört. Ein Blatt, das alles aufnimmt. Schon allein diese Offenbarung kann heilen.

Durch das Schreiben kannst du deinen Tag Revue-passieren lassen. Du kannst die belastenden Gedanken, die dir im Kopf rumschwirren los werden, musst dich dadurch mit ihnen und dem was gewesen ist auseinandersetzen und kannst es dadurch verarbeiten. Denn oft sind die Gedanken, über die man abends grübelt, genau jene, denen man am Tag nicht die volle Aufmerksamkeit gegeben hat. Gefühle und Gedanken die einen, in welcher Form auch immer belastet haben, aber in dem Moment, als sie aufgetaucht sind, unterdrückt oder verdrängt wurden, weil der Alltag weiterging und keine Zeit zum Reflektieren geblieben ist.

Nun hast du die Chance das nachzuholen. Die Situation zu durchdenken, indem du sie aufschreibst. Es kann dir das, was war, verständlich machen und dich dieses Verständnis die Situation annehmen und akzeptieren lassen.

2. Du kannst persönlich wachsen

Wenn du dir belastende Situationen, die du am Tag erlebt hast, in Erinnerung rufst (was nicht schön war und wie du dich dabei gefühlt hast), kannst du daraus lernen und persönlich wachsen.

Du magst über das Erlebnis vielleicht schon nachgedacht haben, aber Worte auf Papier haben mehr Gewicht als Gedanken im Kopf. Auf dem Papier kann man Worte (die sichtbar gewordenen Gedanken) nicht verdrängen. Dann liegt da, was du erlebt hast und was aus deiner Sicht Wirklichkeit war. Und dann hast du die Möglichkeit, die Situation zu reflektieren.

  • Du siehst, was passiert ist und was das in dir ausgelöst hat.
  • Du siehst, wie du reagiert hast und wie das die Situation verändert hat.

Dadurch kannst du zum einen herausfinden, warum das überhaupt passiert ist (war es ein Missverständnis, ein Fehlverhalten deiner- oder andererseits? Waren es verletzte Gefühle, die dazu geführt haben, dass die Situation eskaliert ist? Was war die Ursache, damit der Auslöser überhaupt funktioniert hat – das Nicht-sichtbare, das, was sich gefüllt hat, bis der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht hat?)

Zum anderen kannst du herausfinden, ob du mit deinem Verhalten zufrieden bist oder ob du dir gewünscht hättest, anders reagiert zu haben. Zum Beispiel weniger verletzt, egoistisch, wütend.

Du kannst dir überelgen, wie du beim nächsten Mal in solch einer Situation handeln würdest und möchtest.

Daraus kannst du gestärkt und gewachsen an Erfahrung hervorgehen, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Oder mit einem größeren Mitgefühl und Verständnis. Mit mehr Gelassenheit.

3. Du entwickelst Dankbarkeit und Liebe fürs Leben

Wir wollen nicht nur an das Negative denken und das aufschreiben, sondern auch das Schöne. Was dich glücklich gemacht hat, was dich erfreut und positiv gestimmt hat. All die kleinen Momente des Tages, die oft kaum bemerkt verstrichen sind. Denen man viel weniger Aufmerksamkeit gegeben hat, als sie verdient hätten. Diese kleinen Momente des Glücks können durch das Revue-passieren lassen des Tages wieder zum Vorschein kommen. Die Gedanken daran dein Herz nochmal erfreuen. So klein sie auch waren, es gibt sie jeden Tag, wenn du die Augen aufmachst und sehen willst. Wenn du anfängst zu schreiben.

4. Du kannst abschließen und geistige Ruhe finden

Du kannst abschließen. Mit dem Tag und dem Erlebten. Bildlich und tatsächlich. Durch das Niederschreiben und das Schließen des Tagebuchs. Dadurch kannst du mit einem viel ruhigeren Geist in den Schlaf gehen. Verarbeitet, gewachsen und gestärkt für das, was morgen kommen mag.

Tagebuchschreiben – so kannst du es in deinen Alltag integrieren

Auch wenn du glaubst, keine Zeit fürs Schreiben zu haben, kann ich dir sagen, dass dem nicht so ist. Tagebuchschreiben muss keinesfalls aus langen und ausschweifenden Sätzen bestehen (auch wenn du das machen solltest, wenn dir danach ist), sondern kann aus ganz kurzen Stichpunkten bestehen. Du brauchst auch kein hübsches Büchlein mit Blümchen drauf ;), sondern kannst auch ein schlichtes schwarzes Notizbuch zu einem Tagebuch umfunktionieren.

Wenn du dich für das stichpunktartige Schreiben entscheidest, dann kann das so aussehen:

Wenn es um Dinge geht, die dich belasten:

Schreibe auf, was war und wie du dich dabei gefühlt hast

Nimm dir dann ein paar Minuten Zeit, um darüber nachzudenken, was schief gelaufen ist und was du beim nächsten Mal eventuell anders machen würdest.

Schreibe die Erkenntnis auf.

Wenn es um Dinge geht, die schön waren: 

Schreibe auf: Was war und wie du dich dabei gefühlt hast

Und dann sei einfach glücklich und lächle. 🙂

So kurz und einfach kann Schreiben sein.

Fange an zu schreiben.

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in dem wir das Hier und Jetzt, die einzelnen Momente des Tages, die das Leben ausmachen, oft belanglos vorbeiziehen lassen.Bettina Hielscher

Die Momente, die uns die Chance zum Wachsen geben und solche, die unsere Liebe für das Leben wachsen lassen.

Dabei können diese Momente dir dabei helfen, dein Leben erfüllender zu machen – wenn du dir die Zeit nimmst, dich mit ihnen zu befassen.

Fange heute damit an und bereichere dein Leben.

Alles Gute!

Bettina Hielscher bloggt auf Kreativgedacht darüber, wie du dein inneres Gleichgewicht findest und dein Leben im Einklang mit dir führst, nach deinen Regeln.

 

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