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Journaling Prompts Selbstwertgefühl verbessern

Wie du dich zu einem besseren Selbstwertgefühl schreibst

Selbstwertgefühl ist ein Dauerthema von Fans der Persönlichkeitsentwicklung. In schöner Regelmäßigkeit werden neue Methoden und vermeintliche Hacks kundgetan, mit denen wir den eigenen Selbstwert optimieren können. Dabei wirken die einfachsten Methoden oft am besten. Wir müssten sie nur konsequent anwenden… Dies ist mein Beitrag für die Blogparade zum Thema Selbstwertgefühl von Tim Hamer für dubistgenug.de.

Die meisten von uns erreichen das Erwachsenenalter mit den ein oder anderen Dellen und Beulen im Selbstwertgefühl. Das ist normal und erst einmal unproblematisch. Aber ab einem gewissen Grad an Beschädigung können wir das Thema Selbstwertgefühl nicht mehr ignorieren. Dann beginnt unsere Suche nach Reparaturmöglichkeiten. Erst zögerlich und dann immer vehementer. Sind wir eitel? Wollen wir nur mit einem möglichst perfekten Lebensmobil unterwegs sein? Nein.

Selbstwertgefühl entscheidet über Lebensqualität

Unser Selbstwert ist entscheidend für die Qualität unserer Lebensreise. Er ist eines dieser zentralen Teile unter der Motorhaube, dessen Funktion uns erstmal nicht interessiert, solange es funktioniert. Wenn wir seine ausgefeilte Mechanik gut pflegen,  bringen wir ganz außerordentliche Leistungen auf die Straße und die Fahrt in unserem Lebensmobil macht richtig Spaß. 

Mit einem gesunden Selbstwertgefühl lebt es sich leichter:

  • Ein gesunder Selbstwert versorgt uns mit Kraft und Energie, um uns den Herausforderungen des Lebens zu stellen und unsere Ziele und Träume zu leben.
  • Wer gnädig mit sich selbst umgeht, erholt sich schneller von Rückschlägen und erreicht viel wahrscheinlicher seine Ziele.
  • Wer sich selbst liebevoll annimmt, führt glücklichere Beziehungen und wirkt attraktiver auf andere Menschen.
  • Wer um seinen eigenen Wert weiß, traut sich mehr zu.
  • Wer einen gesunden Selbstwert hat, tritt selbstbewusster auf und für sich und die eigenen Interessen ein und ist erfolgreicher im Beruf (und im Privatleben).

Wir kommen auf unserer Lebensfahrt auch durch unwegsames Gelände. Das ist nichts, was unsere Maschine mit etwas Pflege und Wartung nicht verkraften könnte. Aber kümmern müssen wir uns eben doch. Wenn wir ein paar Wartungen ausfallen lassen und kleinere Defekte ignorieren, dann summiert sich der Schaden mit der Zeit und irgendwann bleibt unsere Maschine liegen.

Der häufigste Fehler

Die meisten sehen sich erst nach Werkzeug um, wenn der Motor bereits stottert, das Radio und die Klimaanlage ausgefallen sind und von Komfort keine Rede mehr sein kann. Dann aber soll bitte alles ganz schnell repariert sein. Die Schwierigkeit: Der Selbstwert verträgt nur DIY-Behandlungen und die allermeisten von uns haben sich bis dato noch nie intensiv mit ihm auseinandergesetzt. Dann stehen wir ziemlich ratlos davor – und sind anfällig für allerlei semi-seriöse Versprechungen und Produkte.

Findest du nicht, dass wir häufig von Selbstwertgefühl reden, aber wir fast nie genauer hinsehen, wie sich dieser überhaupt zusammensetzt und wie er im Inneren funktioniert? Dabei ist das der Schlüssel, damit wir unabhängig werden von falschen Versprechungen, überteuerten Dienstleistungen und gut gemeinter, aber nicht gut gelungener Hilfe von außen.

Was ist Selbstwertgefühl überhaupt?

Zum Glück beschäftigen sich seit Jahren und Jahrzehnten nicht nur findige Unternehmer, sondern auch fähige Wissenschaftler mit dem Selbstwert, sodass er keine Blackbox für uns sein muss. Wie bei allen psychologischen Funktionsteilen sind  sich die  Forscher nicht vollständig einig über seine Beschaffenheit. Das Modell, das ich dir vorstelle, gehört zu den etabliertesten und ist eine Möglichkeit, sich dem Mysterium Selbstwertgefühl zu nähern.

Der Selbstwert besteht demnach aus zwei Elementen:

  1. unserer Meinung darüber, wie wir unsere Fähigkeit einschätzen, den aktuellen Anforderungen des Lebens zu begegnen und
  2. unserer Überzeugung, ob wir uns trotz unserer Schwächen für würdig halten, glücklich zu sein.

Betrachtet man den Selbstwert noch genauer, lassen sich noch konkretere Bestandteile ausmachen. Nach Potreck-Rose und Jacob sind diese Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen, soziale Kompetenz und soziales Netz.

Wie du dein Selbstwertgefühl verbessern kannst

Wenn wir unser Selbstwertgefühl nun reparieren wollen, dann haben wir diese zwei bzw. vier Ansatzpunkte. Kein Aspekt ist wichtiger als der andere, sodass es keine Rolle spielt, wo wir mit der Reparatur beginnen.

Am besten du wartest nicht, bis dein Selbstwert einen gravierenden Schaden hat. Eine regelmäßige Wartung wirkt Wunder. Kümmere dich frühzeitig, wenn du das Gefühl hast, dein Selbstwert könnte etwas Pflege vertragen.

Wie können Wartung und Reparatur genau ablaufen?

Da wir Menschen komplexer sind als Maschinen, haben wir verschiedene Möglichkeiten. Es gibt nicht nur den einen funktionierenden Weg. Die Selbstreflexion mit Stift und Papier ist eine Option. Sie ist gut für das Selbstcoaching für einen besseren Selbstwert geeignet und kann dich immer unterstützen, egal welche anderen Methoden du anwendest. Mithilfe von schriftlichen Notizen kannst du

  • eine Bestandsaufnahme des Selbstwerts vornehmen
  • Maßnahmen zur Verbesserung festlegen und Tagebuch über deine Fortschritte führen
  • Erfolge mithilfe deiner Notizen nachvollziehen und deine Motivation aufrechterhalten

Die Reflexion mithilfe von Journaling-Impulsen ist ein guter Ausgangspunkt, um zu entscheiden, welchen Aspekt deines Selbstwerts du in der nächsten Zeit wieder in Schuss bringen möchtest. Denn du solltest deinen Fokus auf einen Bereich bündeln. Denk an die Sonne, die durch ein Brennglas ihre Kraft um ein Vielfaches potenziert.  

Journaling Prompts für ein besseres Selbstwertgefühl

Für eine erste Bestandsaufnahme nimm die 10 bis 15 Minuten Zeit. Suche dir einen ruhigen Ort, an dem du ungestört sein kannst und nimm Stift und Papier zur Hand. Alternativ kannst du auch am Laptop tippen, allerdings hat das handschriftliche Notieren gehirnphysiologisch einige Vorteile. Das heißt: Vertrauen wir der Forschung, ist die Wirkung nachhaltiger, wenn du per Hand schreibst.

Um deine Bestandsaufnahme zu beginnen, kannst du einige der folgenden Fragen beantworten. Hör in dich hinein und wähle die Fragen aus, die dich intuitiv ansprechen. Du kannst jederzeit eine Pause machen und immer wieder zu den Fragen zurückkehren, um weitere zu beantworten. Wenn du deine Bestandsaufnahme ganz ohne Fragen – oder durch deine eigenen Fragen geleitet – machen willst, ist das auch völlig ok.

Die Erkenntnisse liegen dabei nicht nur in der Beantwortung der einzelnen Frage, aufschlussreich ist auch deine spontane emotionale Reaktion, in dem Moment, in dem du sie liest. Auch darüber kannst du schreiben.

  1. Was kannst du wirklich gut?
  2. Für welche Fähigkeiten und Eigenschaften wurdest du schon einmal gelobt?
  3. Wie sieht dein Freundeskreis aus? Gibt es Menschen, die du um 3 Uhr nachts anrufen kannst? Welche Veränderungen in deinem sozialen Umfeld wünschst du dir?
  4. Was sind bisher deine größten Fehler gewesen? Wie blickst du aus heutiger Sicht auf sie zurück?
  5. Für welche Menschen in deinem Leben bist du dankbar?
  6. Auf welche Erfolge bist du besonders stolz?
  7. Wie ausgewogen ist die Bilanz aus Geben und Nehmen in deinen Freundschaften?
  8. Welche Ängste schränken dich ein? Wann hast dich zuletzt einer Herausforderung gestellt?
  9. Mach eine Liste mit 5 Dingen, die dir an einem schlechten Tag guttun.
  10. Was sind deine wichtigsten 3 Werte und wie lebst du sie in deinem Alltag? Wo hast du zuletzt gegen deine innere Überzeugung gehandelt?

Es lohnt sich, regelmäßig zu Stift und Papier zu greifen

Kein Wunder, dass so viele Kurse, Bücher und Coaches sich dem Selbstwertgefühl zuwenden. Der Selbstwert ist ein zentraler Glücksfaktor für unser Leben und damit ein lukratives Geschäftsfeld. Die gute Nachricht: Wir können selbst eine ganze Menge dafür tun, unseren Selbstwert zu verbessern. Ganz ohne teure Investition. Einfach mit Stift und Papier.

 

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