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Wie du mit Stift und Papier deinen inneren Kompass freilegst – 3 Tipps für den Start

Die Welt ist so laut, dass wir unsere innere Stimme nicht mehr hören. Stört uns nicht. Bis wir uns in einem Leben eingerichtet haben, in dem alles in uns aufschreit: Das kann es nicht gewesen sein! Es muss anders gehen! Dann ist es Zeit, nach unserem inneren Kompass zu suchen. Stift und Papier gehören zu den stillen, aber besten Begleitern bei dieser Suche.

“Leben im Einklang mit sich selbst” ist das Thema von Bettinas Blogparade bei Kreativ Gedacht. Schreiben ist für mich eines der besten Werkzeuge, um die eigene innere Stimme zu entdecken und zu verstehen und das eigene Leben neu im Einklang mit sich selbst zu leben.

Wie oft putzt du Zähne?

Wie oft nimmst du dir Zeit, dich um deine Seele zu kümmern?

Wir verwenden so viel mehr Zeit darauf, dass unser Auto gut aussieht, mit dem wir durchs Leben fahren, aber vergessen, unseren Motor Instand zu halten. Doch dass wir im Einklang mit unseren Werten und Bedürfnissen leben, ist die Basis.

Wenn wir unser Leben nicht an unseren inneren Werten ausrichten, gerät unser Motor früher oder später ins Stocken. Manchmal entsteht nur eine chronische Unzufriedenheit, manchmal werden wir richtig krank.

Seit dem Abi hatte ich mich mit diffusen Panikattacken herumgeschlagen. Hatte mich daran gewöhnt, jede zweite Nacht mit Atemnot aufzuwachen. Im Hörsaal und im Büro von Schwindelattacken heimgesucht zu werden. Manchmal stand ich vor dem Spiegel und ich bekam Herzrasen, weil ich mir dermaßen fremd vorkam.

So weit muss du dich deinem inneren Kompass gar nicht entfremdet haben. Besser du lässt es nicht so weit kommen.

  • Vielleicht weißt du nicht, was du mit deinem Leben anfangen willst?
  • Dein Job kommt dir sinnentleert vor?
  • Du willst dich wieder energievoll und lebendig fühlen?
  • Du hast eine dumpfe Ahnung, dass dein Leben mehr für dich bereithält, weißt aber nicht was?

Wenn dich eine der Fragen oder eine ähnliche beschäftigt, ist es Zeit, auf deinen inneren Kompass zu schauen. Denn die Antworten findest du nicht da draußen. Nicht, indem du noch mehr Bücher liest, Seminare besuchst oder Coachingsitzungen bezahlst.

Die Antworten sind bereits da. In dir.

Schreiben hat mir geholfen, als Schulmedizin und Psychotherapie nur noch mein Leiden verwalten wollten. (Ich empfehle Schreiben ausdrücklich nicht als Ersatz für medizinische oder therapeutische Behandlung. Sprich bitte mit deinem Arzt/Therapeuten, wenn du in Behandlung bist.)

Schreiben kann dein Leben verändern.

Schreiben hat etwas Magisches. Der simple Akt, sich hinzusetzen, vor ein leeres Blatt Papier und dein Inneres in Worte zu formen, kann dein Leben verändern.

Dass ich heute einen Job habe, für den ich gerne aufstehe

in einer neuen Stadt lebe

in einem neuen Körper

mit einer klaren Vision, was mein Beitrag hier auf der Welt sein soll

verdanke ich Buchstaben auf Papier. Jede größere Veränderung in meinem Leben hat sich auf Papier formiert, bevor sie sich in meinem Leben manifestiert hat.

Wie solltest du am besten mit dem Schreiben beginnen?

Es gibt keine Regeln. Genauso wie es nicht den einen Weg zum glücklichen Leben gibt. Das ist das Schöne daran: Du kannst nichts falsch machen. Am Ende brauchst du dich nur hinsetzen. Vor ein Blatt Papier oder an den Rechner. Und einfach schreiben…Du darfst darauf vertrauen, dass sich ganz zwangsläufig etwas verändern wird. Aus meiner Erfahrung gibt es allerdings ein paar Haltungen oder Gewohnheiten, die helfen, dass das Schreiben schneller zu einem Ritual wird, das dein Leben bereichert.

“As a writer you ask yourself to dream while awake.” Aimee Bender

#1 Schreib regelmäßig.

Schreiben ist kein Wundermittel, sondern wirkt über die Zeit. Betrachte da Schreiben wie eine Freundschaft. Es hat Zeit gebraucht, bis die Beziehung, die du heute mit deinen engen Freunden pflegst, entstanden ist und du meldest dich regelmäßig, damit der Kontakt nicht einschläft. Genauso ist es mit dem Schreiben. Nimm dir regelmäßig Zeit, um schreibend mit deinem Inneren zu sprechen. Gib deiner neuen Schreibgewohnheit mindestens einen Monat Zeit, je nachdem, wie häufig du dir Schreibzeit reservierst (täglich, wöchentlich) auch länger. Experimentiere zu Beginn mit Uhrzeiten und Tagen, bis du einen Rhythmus gefunden hast, der für dich gut passt. Und versteh’ Rhythmus nicht dogmatisch: Wenn du nicht täglich schreiben willst, dann mach es nicht, sondern mach deine eigenen Regeln.

“We don’t see things as they are. We see things as we are.” Anais Nin

#2 Schreib intuitiv.

Wenn du dich hinsetzt, lass deine Intuition sprechen. Es gibt viele verschiedene Methoden und Impulsfragen, die helfen können, bestimmte Lebensbereiche auszuleuchten. Experimentiere, variiere, probiere aus. Schreib, wie und wonach dir gerade ist. Wortfetzen, Satzfragmente. Was ich hilfreich finde: Fragen aufschreiben, die mich  beschäftigen. Ungefiltert. Eine Minute. Meinen Kopf und mein Herz leeren, bis keine Frage mehr herauskommt. Da sind immer wieder Diamanten, die ich dann später schreibend aufgreife, beantworte, in Frage stelle…Was viele Tagebuchschreiber als hilfreich berichten: Sie setzen sich nicht sofort hin und schreiben drauflos, sondern nehmen sich kurz ein paar Augenblicke in der Stille und beginnen dann mit dem Gefühl, was in dieser Stille an die Oberfläche kommt. Also, mach es wie Anais Nin und nimm erst ein paar tiefe Atemzüge, ehe du dich in das Abenteuer des Schreibens stürzt.

“You will get as much out of a diary as you bring to it.” Tristine Rainer

#3 Schreib ehrlich.

Wenn du schreibst und du dein Leben zum besseren verändern willst, sehr radikal ehrlich. Radikal stammt vom lateinischen Wort radix für Wurzel/Ursprung. Schau da hin, wo es in deinem Leben wehtut. Wo Scham und Angst ist. Vergiss alles, was man nicht tun oder denken sollte. Hier ist der Raum, wo alles sein darf. Nimm keine Rücksicht. Manche Schreiber zensieren sich, weil sie insgeheim doch fürchten, dass jemand ihr Geschriebenes lesen könnte. Bitte sorge dafür, dass dich diese Gedanken nicht hindern. Im Zweifel schreib digital und nutze Dokumentenverschlüsselung oder greife ganz old-school auf eine Geldkassette zurück. Hauptsache du schaffst dir einen sicheren Raum.

Manche Menschen meinen, wer so ausführlich über sich selbst schreibt, sei narzisstisch oder zumindest egoistisch. Falsch.

Schreiben ist Selbstsorge.

Etwas für die eigene (psychische) Gesundheit zu tun, kommt am Ende auch deinem Umfeld zugute. Oft begegnen wir anderen aus einer Haltung des Mangels, suchen Hilfe oder sind in Gedanken bei eigenen Problemen. Nur wenn du in Einklang mit dir bist und dein Leben aus einer Haltung der Zufriedenheit und Klarheit gestaltest, kannst du dich überhaupt wirklich anderen zuwenden und achtsam im Hier und Jetzt sein.

Wie hat dich Schreiben bisher dabei unterstützt dein Leben nach deinem inneren Kompass auszurichten?

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