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Learnings Bloggen

Was ich übers Bloggen gelernt habe: Die 10 größten Erkenntnisse aus 1 Jahr Schreiben wirkt

Meine Bilanz nach einem Jahr Schreiben wirkt und was andere erfolgreiche Blogger als  ihre größte Learnings bezeichnen. Was, erst ein Jahr? Wahnsinn. Es ist extrem viel passiert. Nicht alles war Sonnenschein. Aber es hat sich definitiv gelohnt.

Du überlegst selbst einen Blog zu starten und brauchst Anschubmotivation? Oder du bist einfach neugierig, was mir noch dieser Achterbahnfahrt durch den Kopf geht? Dann ist dieser Text für dich. Was meine Learnings und die anderer Blogger gemeinsam haben? In der Quintessenz wohl das: Bloggen ist einer der besten Katalysatoren für persönliches Wachstum.

1. Schreiben darf schwer sein

Als ich den ersten Artikel veröffentlichte, litt ich unter akuter Sprachlosigkeit. Damals dachte ich, es wäre eine Schreibblockade. Heute weiß ich: Wenn ich über ein Thema schreibe, das mich bewegt, wenn ich glaube, dass mein Text im Leser etwas Gutes bewirken kann, dann finde ich Worte und bringe sie zu Papier.  Es fällt mir nicht leicht zu schreiben. Meistens sogar ziemlich schwer. Aber das ist ok. Denn ich weiß, wofür ich die richtigen Worte suche und ich liebe den Prozess des Schreibens. Das Spiel mit den Worten, der Klang, der dabei in meinem Kopf entsteht und das Gefühl, wenn ich einen fertigen Text lese und mich wundern darf: Wo kam dieses kleine Wortkunstwerk gerade her?!

2. Schreiben ist wichtiger als Schreiberfolg

Kaum 3,5 Kilometer zurückgelegt, habe ich am Anfang meiner ”Laufkarriere”. Mit Gehpausen. Das war ziemlich frustrierend und beschämend und fast hätte ich gedacht: Wozu überhaupt trainieren, das wird nie was mit einem 5-Kilometer-Lauf.

Aber nachdem ich das Ziel drangegeben hatte und beschloss, die anderen mit ihren Laufleistungen genauso zu vergessen wie die in meinen Augen bemitleidenden Blicke anderer Läufer, wurde es langsam. Vor allem stellte sich so etwas wie Spaß an der Bewegung ein. Weil ich nur noch für mich und meinen Körper lief. Das wiederum führte dazu, dass ich nicht nur ein paar Wochen, sondern Monate regelmäßig lief, unterbrochen durch Rückschläge, aber ich fand immer wieder und immer schneller zurück auf die Laufstrecke und plötzlich lief ich ein paar km/h schneller und einige Kilometer weiter. Völlig unbemerkt. Jetzt hatte ich erreicht, was mir damals so aussichtslos erschienen war und das Seltsame? Jetzt war es völlig egal. Denn ich hatte meine Lauffreude gefunden.

Genauso ist mir das in diesem einen Jahr Schreiben wirkt mit dem Schreiben passiert. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier ankomme und doch ist es passiert. Folge der Freude :). Lesetipp dazu: Das Writers Manifesto von Jeff Goins.

3. Schreiben in Zeiten des Aufmerksamkeitsdarwinismus’ ist eine Herausforderung

Wenn du im Internet schreibst und möchtest, dass deine Texte Menschen erreichen, dann springst du in ein Haifischbecken. An jeder Ecke wird Versprechungen abgegeben und wird noch lauter gerufen – mich von diesem Aufmerksamkeitsdarwinismus nicht anstecken zu lassen, sondern meine Schreibstimme zu bewahren, ist gar keine so leichte Aufgabe. Es ist eine kontinuierliches Training, die Balance zu finden zwischen Authentizität und Marketing. Ja, Nutzen zu kommunizieren ist wichtig, aber nicht alles. Zumindest nicht für mich. Ich will in Zukunft mehr darauf Vertrauen, dass die Menschen, die meine Texte mögen, leises Marketing zu schätzen wissen und durch Weiterverbreiten einen Teil der fehlenden Lautstärke wettmachen.     

 4. Wissen wächst mit dem Fokus

Ohne Schreiben wirkt hätte ich mich deutlich weniger mit den positiven Wirkungen von Schreiben beschäftigt. Ich bin eingetaucht in die Welt Journaling, Schreibtherapie und expressive writing und sehe nach und nach, wie viel Wissen es dort noch zu entdecken gibt. Willst du in einem bestimmten Gebiet Wissen aufbauen, kann ich dir nur empfehlen, einen Blog zu starten. Die thematische Zuspitzung hilft, wirklich tief und kontinuierlich an einem Thema dranzubleiben. Du gehst mit einer anderen Brille durch die Welt, suchst unbewusst nach neuen Themen für deinen Blog. Du filterst überall neues Wissen heraus. Und nicht zuletzt ist der Blog eine schöne Selbstverpflichtung, am Ball zu bleiben. Schließlich ist es kein gutes Gefühl, seinen Blog verwaisen zu sehen.

 5. Bloggen reduziert die Angst, sich zu blamieren

Wer bloggt, macht sich angreifbar. Ein guter Blogger zeigt Persönlichkeit. Das ist zumindest mein Verständnis von Bloggen. Als jemand, der nicht gerne im Mittelpunkt steht, hat mir das Bloggen geholfen, meine Angst, mich zu blamieren, besser in den Griff zu bekommen. Ich weiß, dass manche Artikel schlecht sind. Aber ich weiß auch, dass sie ein Erfolg sind. Denn sie sind überhaupt erschienen. Und Übung ist Voraussetzung um besser zu werden.

Viele Menschen, die sich über Fehler anderer lustig machen, sich auf die Schwächen von Texten und Autoren stürzen, haben selbst noch kein einziges kreatives Werk unter eigenem Namen in die Welt entlassen. Ich wage mich zumindest mit meinem authentischen Selbst in die Arena. Mittlerweile ist für mich nur noch derjenige berechtigt, Kritik zu üben, der selbst in der Arena steht – oder auf meinem kleinen Spickzettel mit den 5 Menschen, deren Meinung mir ernsthaft am Herzen liegt. Die Zettelidee habe ich von Brené Brown übernommen und für mich funktioniert sie. Probiere es selbst.

6. Schreiben ist (m)ein Beitrag

Die Welt ist hässlich. Wenn ich mich umsehe, welchen Werten und Einstellungen ich begegne, dann glaube ich manchmal, dass die dystopischen Zukunftsfantasien der Filme und Serien demnächst eintreffen. Machtstreben, Manipulationsstreben, Gier und Egoismus. Indem ich schreibe, funke ich meine Haltung und meine Werte in die Welt, in der Hoffnung, dass jemand mein Signal empfängt und zurückfunkt.

Wir sind vielleicht wenige, aber wir überlassen der dunklen Mehrheit nicht wortlos das Feld. Wenn ich schreibe, sage ich – ziemlich unzensiert – was ich denke und fühle und ich will die Erfahrung teilen, dass wir alle ein besseres (Miteinander-)Leben haben, wenn wir uns auf Liebe und Verbindung hin ausrichten als auf Hass und Konkurrenzdenken. Wenn wir unser Leben an unseren ureigenen Wünschen und Werten ausrichten und uns Zeit nehmen, unserem inneren Kompass zu folgen.

7. Schreiben schenkt dir schönsten Beziehungen

In den vergangenen Monaten habe ich so viele tolle Menschen kennengelernt wie vielleicht noch nie. Einen besonderen Dank schicke ich an Raphael Kolic für die Starthilfe, Fabian Ries, Robert Kraxner und Dominic Lautner. Manche Kontakte sind von der digitalen in die reale Welt gewachsen und dann fängt die eigentliche Magie erst an.

8. Schreiben schützt vor Hamsterrad-Lethargie

Wie viele Menschen bewegen sich wie ferngesteuert vom Bett ins Bad, ins Büro und enden dann auf der Couch, wo sie ihr Hirn von Netflix ruhigstellen lassen. In Jobs, die wenig sinnerfüllend sind, bleiben so viele Menschen in einem Mikrokosmos aus Businessbanalitäten gefangen. Ohne intellektuellen Input und Austausch ist für mich ein Tag nur halb so schön. Statt nach Feierabend auf der Couch zu verblöden, motiviert mich mein Blog, mich mit Inhalten zu beschäftigen, die mich fordern. Das ist oft anstrengend, aber immer im Nachhinein lohnend. Nach jeder Schreibsession oder jeder Lesestunde für meinen Blog habe ich etwas Neues gelernt – über die Welt oder über mich.

9. Schreiben ist mein emotionaler Seismograph

Bloggen ist für mich zu einem verlässlichen Seismographen geworden, um emotionalen Täler früh zu erkennen. Wenn die Worte besonders schwer auf das Blatt fließen, ist das ein sicheres Anzeichen, dass sich ein emotionales Tiefdruckgebiet nähert. Manchmal wird mir erst bei Lesen meiner Texte bewusst, was gerade in mir vorgeht und ich kann dann bewusster entscheiden, wie ich damit umgehen möchte. Ich lerne, meine Grenzen zu verschieben und auch, sie anzuerkennen statt mich an ihnen zu verausgaben und wie der kleine Prinz übe ich mich darin, das eine vom anderen zu unterscheiden.

10. Schreiben ist das beste Anti-Stress-Mittel

Oft wird Schreiben mit einem gewissen Ernst und mit Anstrengung verbunden. Auch bei mir klingt es manchmal nach Training und Arbeit. Dabei ist es, wenn ich einmal in Flow gekommen bin, doch meistens ein Ausflug ins Bälleparadies. Vor allem das freie private Schreiben, die Schreibmeditation, ist für mich ein Spielplatz für meine Seele. Denn ich brauche privates und öffentliches Schreiben für einen gesunden Schreibmix. Das private Schreiben macht meinen Kopf klar und mein Herz leichter. Gerade das geleitete Journaling ist für mich zu einem echten Helfer gegen den Alltagsstress geworden – und diese private Erfahrung hat dann wiederum dazu geführt, dass ich öffentlich darüber geschrieben habe und schließlich mein erstes Buch  entstanden ist: 52 Schreibübungen zum Stressabbau. Mit Achtsamkeit und Gelassenheit zu einer gesunden Life Balance.

Was andere Blogger vom Bloggen gelernt haben

Wenn du selbst bloggst, bin ich gespannt, was deine größte Lernerfahrung durchs Bloggen ist. Teil sie gerne als Kommentar.

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