7 Gründe, warum Romane dein Leben besser machen

Du willst dein bestes Leben leben und liest deswegen fleißig Sachbücher, um neue Skills und Erfolgsstrategien zu lernen? Gut gemeint, aber deine Persönlichkeitsentwicklung droht in eine Schieflage zu geraten. Denn wissenschaftliche Forschung zeigt: Romane bringen mehr für die Persönlichkeitsentwicklung als viele Sachbücher.

Sachbücher lesen ist großartig, unter einer Bedingung

Viele Bekannte von mir, Menschen, die sich weiterentwickeln möchten, lesen oder hören ausschließlich Sachbücher. Genauso wie ich viele Jahre. Bestimmt 10 Jahre habe ich überhaupt keine Romane mehr gelesen. “Was bringt mir das? Ich will Wissen, will etwas lesen, das Auswirkungen auf mein Leben hat”, ungefähr so klang ich. Seit einiger Zeit bin ich zum Lesen von Belletristik zurückgekehrt. Versteh mich nicht falsch: Sachbücher sind ein großartiger Weg, sich neues Wissen und neues Denken anzueignen und zu verinnerlichen. Doch wer nur noch Sachbücher liest, tut seiner Persönlichkeitsentwicklung keine Gefallen! Er verzichtet auf viele positive Auswirkungen, von denen regelmäßige Romanleser profitieren.

Gründe, warum du Romane lesen solltest

Wie deine Persönlichkeitsentwicklung profitiert, wenn du regelmäßig Romane liest 

Es gibt viele Gründe, häufiger Romane zu lesen. Ich will dir in diesem Artikel die Vorteile vorstellen, die wissenschaftlich erforscht worden sind. Denn wenn du an Persönlichkeitsentwicklung interessiert bist und bisher eher zur  Sachbuchfraktion gehörst, so wie ich vor einiger Zeit, dann sind Fakten ja sehr attraktiv. Trotzdem empfehle ich dir, forsche einfach selbst. Experimentiere und schau selbst, welche Wirkungen du bei dir feststellst. Hier, was Wissenschaftler bisher herausgefunden haben…

1. Du entwickelst Empathie

Wer regelmäßig liest, verbessert seine Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, die Gedanken und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen und angemessen auf sie zu reagieren. Der kanadische Psychologe Raymond Mar hat hierzu eine Studie durchgeführt, auch David Kidd und Emanuele Castano kommen in ihrer Studie zum gleichen Ergebnis. Spätestens seit Daniel Golemans Bestseller zur emotionalen Intelligenz ist unbestritten, dass Empathie wesentlich ist, um ein erfolgreiches und zufriedenes Leben zu führen. Wie es uns gelingt, zwischenmenschliche Beziehungen zu navigieren, ist ein entscheidende Fähigkeit, die jeder kultivieren kann und sollte. Aus Eigeninteresse – und nicht zuletzt, weil sich das eigene Umfeld über einen mitfühlenden Menschen freut.

2. Du senkst deinen Stresslevel

Wir sehnen uns alle nach Auszeiten und, um unsere beste Leistung abzurufen, brauchen wir Pausen dringend. Aber Abschalten ist nicht immer einfach. Manchmal will ich nicht meditieren oder schaffe es nicht zum Yogakurs. Aber ein  paar Kapitel im Krimi lesen? Ja, definitiv. Und wir müssen nicht lange lesen, um von wirklich Abzuschalten. Der US-neuroppsychologe David Lewis fand heraus, dass bereits 6 Minuten täglich ausreichen, um eine stressreduzierende Wirkung zu erzielen. Die Muskelanspannung der Studienteilnehmer sank nach der kurzen Zeit bereits um 68%. Lesen war damit effektiver als andere Entspannungsmethoden wie Spaziergänge oder Musik hören. Lesen führe in einem veränderten Bewusstseinszustand und sei mehr als bloße Ablenkung: „This is more than merely a distraction but an active engaging of the imagination as the words on the printed page stimulate your creativity and cause you to enter what is essentially an altered state of consciousness.”

3. Die Qualität deiner Beziehungen erhöht sich

Wer Romane liest, genießt bessere Beziehungen. Dieser Effekt ist eng mit der verbesserten Empathie verbunden. Wenn es dir gelingt, die Perspektive anderer einzunehmen, kannst du verständnisvoller handeln und Konflikte besser lösen oder gar nicht erst entstehen lassen. Gleichzeitig ermöglicht das Lesen von Romanen in andere Leben einzutauchen und sie quasi probeweise anzuziehen. Es hilft, die Veränderung, die das Leben nun mal mit sich bringt, zu akzeptieren. Der US-Professor Keith Oatley nennt Lesen von Belletristik daher Wirklichkeitssimulation

“Fiction is a particularly useful simulation because negotiating the social world effectively is extremely tricky, requiring us to weigh up myriad interacting instances of cause and effect. Just as computer simulations can help us get to grips with complex problems such as flying a plane or forecasting the weather, so novels, stories and dramas can help us understand the complexities of social life.”

beziehung

4. Du senkst die Wahrscheinlichkeit, später an  Alzheimer zu erkranken

Use it or loose it, sagen die Amerikaner. Studien bestätigen, dass Menschen, die regelmäßig mental herausfordernde Tätigkeiten wie Lesen oder Schachspielen ausführen, im Alter mental fitter sind und ein besseres Gedächtnis haben. Wer sein Gehirn fordert, hilft, dass es neue Gehirnzelllen bildet und die Vernetzung der Zellen untereinander ausbaut und aufrechterhält. Eine großangelegte Studie von Robert S. Wilson vom Rush University Medical Center in Chicago zeigt, dass regelmäßiges Lesen das Risiko an Alzheimer zu erkranken reduziert. Zwar sollte man möglichst früh anfangen, wenn man auch im Alter noch geistig fit sein möchte, denn am besten schnitten die Teilnehmer ab, die bereits in ihrer Kindheit und Jugend mental aktiv waren, aber auch die Probanden, die im Alter regelmäßig mental trainierten, übertrumpften die, die sich nur unregelmäßig geistigen forderten. Quintessenz: Am besten du fängst noch heute an, mehr zu lesen und zu schreiben, um dein Leben länger bei vollem Verstand zu genießen.

Robert S. Wilson: “Based on this, we shouldn’t underestimate the effects of everyday activities, such as reading and writing, on our children, ourselves and our parents or grandparents. […] Read more books, write more, and do activities that keep your brain busy irrespective of your age.”

5. Du trainierst deine kommunikativen Fähigkeiten

Man kann nicht nicht kommunizieren, wusste schon der österreichisch-amerikanische Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick. Ein Klassiker. Statt dein hart erarbeitetes Geld in teure Rhetorik- und Kommunikationskurse zu investieren, mach es dir lieber häufiger auf der Couch mit einem neuen Buch gemütlich. Denn ein Schlüssel zur effektiven Kommunikation liegt darin, das Gegenüber zu verstehen und die eigenen Gefühle und Gedanken ausdrücken zu können. Romane helfen, genau das zu erreichen.

Eine Studie der Emory University von 2013 hat herausgefunden, dass die Areale im Gehirn, die für das Verstehen anderer zuständig sind am stärksten am Tag des Lesens aktiviert sind, aber bis zu fünf Tage danach eine Wirkung des Romanlesens nachweisbar ist. Dass Lesen den Wortschatz und den sprachlichen Ausdruck erweitert, ist nichts Neues. Dass Leser von Belletristik aber deutlich besser abschneiden als Leser von Sachbüchern, ist dann doch überraschend. 

6. Du förderst dein kreatives Denken

Anders als in vielen Filmen haben Bücher nicht immer ein simples Happy End. Sie sind oft vielschichtiger, komplexer, weniger schwarz-weiß. Und damit näher am Leben. Diese Offenheit, die Romane enthalten, ist der perfekte Nährboden für Kreativität. Wir können uns weitere Entwicklungen ausmalen, die Lücken selbst füllen, die der Roman bestehen lässt. Eine Studie der Universität Toronto deutet daraufhin, dass Menschen, die Romane lesen eher mit Widersprüchen und Ungewissheit umgehen können und tendenziell auch kreativer sind.

Gründe, warum du Romane lesen solltest

7. Du wirst glücklicher

Die ewige Suche nach einem glücklichen Leben, könnte schon vor dem nächsten Buchregal enden. Dass das Lesen von Romanen Menschen helfen kann, Krisen und Krankheiten zu überwinden, ist wissenschaftlich gut erforscht. Warum das so ist und wie wir es nutzen können, damit beschäftigt sich die Bibliotherapie. Es gibt also Therapeuten, die dir gegen deine Probleme ein passendes Buch verschreiben (in der Regel unterstützend zur klassischen Psychotherapie). In Deutschland ist diese Form der Lebensberatung leider noch nicht weit verbreitet. Ich würde es gerne einmal ausprobieren. Dass aber auch Lesen nach eigener Lust und Laune wirkt, zeigt zum Beispiel eine britische Studie: 76% der Teilnehmer sagten, das Lesen von Romanen verbessere ihr Leben und mache sie glücklicher. Das kann ich nur bestätigen und ich lade dich ein, es für dich selbst einmal auszuprobieren.

Fazit

Konnte ich deinen fakten- und ergebnisorientierten Verstand neugierig machen, was passieren würden, wenn du dich regelmäßig mit einem Roman auf die Couch oder an den Strand legen würdest? Ich hätte noch viel mehr Studien zitieren und einige Gründe mehr anführen können. Die 7 Gründe finde ich für den Anfang aber schon sehr überzeugend. Mich hat das Schreiben des Artikels noch einmal motiviert, mir wirklich regelmäßig Zeit für Romanauszeiten zu nehmen.

Welche Gründe würdest du noch ergänzen? Kennst du andere Studien, die sich mit der Wirkung des Romanlesens beschäftigt haben? Schreib mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich immer, wenn ich Gewohnheiten, die mir gut tun, auch noch wissenschaftlich legitimieren kann :).

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