Liebster Award: 11 Fragen an Schreiben wirkt

Erst ein paar Monate alt und schon den ersten Award bekommen – überreicht von Cosima von cusilife. Was es mit dem Liebster Award auf sich hat, wie ein perfektes Date mit mir selbst aussehen würde und welches seltsame Morgenritual ich pflege, lest ihr im Artikel.

Was hat es mit dem Liebster Award auf sich?

Der Liebster Award ist ein Urgestein der Bloggerszene. Es gibt ihn – gefühlt – seit es die ersten Blogs gibt. Er ist eine Art ewiger öffentlicher Kettenbrief. Ein Blogger beantwortet 11 Fragen und nominiert dann 11 weitere Blogger, denen er ebenfalls 11 Fragen stellt. Diese Blogger verfahren genauso und irgendwie hat es der Liebster Award  auf diese Weise geschafft, anders als die allermeisten Kettenphänomene, den  Bloggingtrends zu trotzen und immer noch durchs Netz zu kursieren.

Mehr zur Geschichte des Liebster Awards hat Marcus Cerenak neulich in einem sehr schönen Artikel zusammengeschrieben.

Warum mache ich beim Liebster Award mit?

Ich war noch nie Freund von Kettenbriefen. Ich lösche sie grundsätzlich. Ungelesen. Warum gebe ich dem Liebster Award also eine Chance? Ganz einfach. Drei Gründe.

Zuerst freue ich mich einfach wahnsinnig über die Nominierung, die mir sagt, dass Cosima mein Blog anscheinend ziemlich gut gefällt. Ich mag das, was ich bisher bei ihr gelesen habe, übrigens auch sehr und kann das Vorbeischauen nur empfehlen. Dass sie sich also die Mühe gemacht hat, sich 11 Fragen an Schreiben wirkt auszudenken, verdient allein schon, dass ich auch antworte und den Award weitertrage.

Dann nutze ich gerne die Gelegenheit, um ein paar geschätzten und teilweise noch zu wenig gelesenen Bloggerkollegen auf diese Weise ebenfalls zu sagen: Bitte schreibt weiter, ich finde euch toll! Ohne dass das allzu kitschig wirkt. Meinen Lesern kann ich bei der Gelegenheit gleichzeitig einige aus meiner Sicht sehr spannende Blogs ans Herz zu legen. Win-win-win für alle.

Außerdem verdient ein so altes Webphänomen wie der Liebster Award in Zeiten der Wegwerf-, Vergess- und Instantkultur einfach Anerkennung und noch ganz viele weitere Jahre in den Weiten des Webuniversums.

Jetzt aber zu den Fragen und  Antworten.

11 Fragen, 11 Antworten

1. 3 Dinge, die du beim Bloggen gelernt hast?

Ich habe viel gelernt in den knapp sieben Monaten seit dem Blogstart.

Zum Beispiel habe ich das Mantra Fokus auf Freude für mich entdeckt. Ich möchte möglichst viele Menschen erreichen und sie inspirieren zu schreiben, aber immer wenn ich mich zu sehr auf das Ziel konzentriert habe, wurde das Schreiben schwer und statt meinem Ziel näher zu kommen, entfernte ich mich davon.

Seitdem weiß ich, am wichtigsten ist mein Spaß am Schreiben und meinen Blogthemen, das Marketing ist zweitrangig und läuft viel besser, wenn es aus dieser Freude heraus entsteht. Und das ist ein Grundprinzip das für das ganze Leben gilt. Ein Ziel setzen ist wichtig, aber dann sollte man loslassen und sich auf die Freude des Tuns konzentrieren. Sonst vergiftet das jedes Ergebnis. Manager nennen das wohl Prozessorientierung statt Ergebnisorientierung. Großartiger TED-Vortrag hierzu. 

Innere Maßstäbe zählen: Manchmal hat es mich frustriert und es frustriert mich immer noch, wenn ich viel Herzblut in einen Artikel gesteckt habe und er kaum geklickt wird. Warum auch immer. Bloggen lehrt Frustrationstoleranz und erinnert mich daran, dass ich immer durch jeden Text gewinne. Denn ich komme selbst dabei zu neuen Erkenntnissen und Einsichten, tanke Glücksgefühle und das freut mein Umfeld. Klicks hin oder her. Und wieder: Das gilt nicht nur fürs Texteschreiben. Es ist so wichtig zu lernen, dass der eigene Applaus auch genug sein kann.

Und ich lerne durchs Bloggen, mich immer wieder vom Leben überraschen zu lassen. Es haben sich Kontakte ergeben und sind Erfahrungen passiert, mit denen ich nicht gerechnet hätte und allein das hat mein Leben sehr bereichert.

2. Was würdest du deinem Teenager-Ich gerne sagen?

Hör auf deine Intuition. Sie ist dein Kompass. Du bist gut, wie du bist. Freu dich auf ein großartiges Abenteuer, das noch vor dir liegt.

3. Was ist dein Tipp gegen Schreibblockaden?

Schreib. Ohne Erwartungen. Einfach so. Nur für dich. Das als tägliche Medizin eingenommen, wirkt Wunder. Versprochen.

4. Was liest du gerade? Würdest du das Buch empfehlen?

Gerade blätter ich mal wieder in Big Magic von Elizabeth Gilbert, eines meiner Lieblingsbücher. Ein anderer Favorit von mir ist Still von Susan Cain.

5. Was bedeutet Selbstliebe für dich?

Selbstliebe heißt für mich, mit mir selbst befreundet zu sein. Freundschaften kennen Aufs und Abs. Streit und Versöhnung. Aber wenn es darauf ankommt, lassen sich gute Freunde nicht im Stich.

6. Was hast du unterwegs immer dabei?

Viel zu viele Kulis, weil ich immer neue in die Tasche werfe, aus Angst, ich könnte keinen dabei haben.

7. Wie würde ein perfektes Date mit dir selbst aussehen?

Oh schöne Idee! Ich würde mich ans Meer einladen, würde mir mein Hirn durchpusten und mein Herz aufwirbeln lassen. Und ich würde irgendwas machen, was ich bisher noch nicht gemacht habe. Ein bisschen Nervosität gehört zu jedem guten Date dazu.   

8. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du im nächsten Jahr machen?

Ich würde eine Deutschlandtour machen. Alle paar Tage die Stadt wechseln und die schönsten Ecken von Norden bis Süden kennenlernen. Mich dabei mit interessanten Menschen treffen, die ihren eigenen Trampelpfad im Leben gegen und den Mainstream links liegen lassen. Darüber würde ich bloggen und auf jeden Fall auch ein Buch schreiben darüber, wie man mit Schreiben sein Leben verändert.

9. Wie gehst du mit Zweifeln zu deinem Blog oder im Allgemeinen um?

Zweifel, meine Freunde. Wenn ich sie kommen merke, atme ich tief durch, lade sie ein und hören ihnen zu. Ich halte eine Sitzung mit meinem inneren Team ab. Darüber habe ich vor Längerem mal einen Artikel geschrieben. Das macht nicht immer Spaß, aber ist am Ende hilfreicher als wegen der Zweifel festzustecken und mich selbst niederzumachen.

10. Wenn du morgens schwer aus dem Bett kommst, hast du einen Tipp der immer klappt, um fit in den Tag zu starten?

Seit Kurzem mache ich die Bettkantenübung von Jens Corssen (dessen Buch Selbstentwickler ich auch empfehlen kann). Ich setze mich hin und frage mich: Mache ich heute nochmal mit? Will ich mich auf das Abenteuer Leben heute nochmal einlassen? Selbst wenn die Umstände vielleicht gerade schwierig sind, bringt mich die Übung aus der Opferhaltung in eine Gestalterrolle. Ich entscheide. Und ich entscheide nur für heute. Das hilft gegen Perspektivlosgikeit und Überforderung (“Oh Gott, dass soll ich noch 30 Jahre durchhalten”).

Und dann helfen mir auch die üblichen Verdächtigen: Liegestütze, Meditation, frische Luft vor der Arbeit. Aber es gibt auch die Tage, an denen das alles ganz und gar nicht klappt, dann akzeptiere ich das so, kümmere mich, um mich und sage mir, dass niemand immer funktionieren muss.

11. Wofür bist du dankbar in deinem Leben?

Für eine handvoll Menschen, die mir auch dann zuhören, wenn ich mich selbst nicht mehr hören kann. Mit denen ich den Spaß meines Lebens haben kann und die immer noch da sind, wenn ich gar nicht mehr weiß, was Spaß überhaupt sein könnte. Ihr seid toll.

Nominierung und Fragen

Ich nominiere…

  1. Sandro von ACT for Life
  2. Stefan Häfner von Art of Connection
  3. Natalie von Intuitive Ways
  4. Danny von Happy Dark Cloud
  5. Fabian Freigeist
  6. Stefan Hiene
  7. Franziska von franziska.love
  8. Timo von Zwischenzeilen
  9. Marek von Anstiftung zum Wort
  10. Walter von Endlich lebendig
  11. Mein Namenskollege Paul von Hallo  Klarheit

Meine 11 Fragen

  1. Was ist deine größte Motivation?
  2. Mit welchen fünf Eigenschaften würdest du dich beschreiben?
  3. Worüber könntet du dich immer wieder aufregen?
  4. Welches Buch hat dein Leben verändert und welches liest du gerade?
  5. Wie sieht dein perfekter Sonntag aus?
  6. Was bedeutet Schreiben für dich?
  7. Wer inspiriert dich?
  8. Was war deine schlimmste Krise und was hast du aus ihr gelernt?
  9. Wie soll der Titel deiner Autobiographie heißen?
  10. Auf welche Erfahrung willst du auf keinen Fall in deinem Leben verzichten?
  11. Welche drei Dinge willst du als nächstes von deiner Bucket List streichen?

 

Der Liebster Blog Award-Leitfaden

  • Danke der Person, die dich für den Liebster Blog Award nominiert hat und verlinke den Blog dieser Person in deinem Beitrag
  • Beantworte die 11 Fragen, die du von dem Blogger, der dich nominierte, gestellt bekamst
  • Nominiere  maximal 11 weitere Blogger für den Liebster Blog Award
  • Stelle eine Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen
  • Schreibe diesen Leitfaden in deinen Artikel zum Liebster Blog Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen
  • Informiere deine nominierten Blogger über die Nominierung und deinen Artikel
  • Das Logo „Liebster Blog Award“ findest du hier.

Flattr this!

1 Comment Liebster Award: 11 Fragen an Schreiben wirkt

  1. Cosima

    Lieber Paul,

    ich finde deine Einleitung total schön.
    Danke dir natürlich für deine Antworten und die Weitergabe an andere Blogger.

    Besonders schön finde ich, was du deinem Teenager-Ich sagen würdest und deine Antwort darauf, wenn Geld im nächsten Jahr keine Rolle spielen würde.

    War wirklich schön den Artikel zu Lesen.
    Ich freue mich auf weitere Artikel mit und von dir.

    Liebste Grüße
    Cosima

    Reply

Kommentar verfassen