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Interview mit Nora Fieling: “Schreiben ist Teil meiner Therapie”

Noras Blog ist ein Blog der alten Schule: Er will dir nichts verkaufen, hält sich nicht an SEO-Empfehlungen und verspricht keine schnellen Lösungen. Nora führt mit ihrem Blog eine Art öffentliches Tagebuch über ihr Leben mit Depression, Angststörung und Borderline-Persönlichkeitsstörung. Endlich hatte sie Zeit für ein Interview. Und, was soll ich sagen, das Warten hat sich gelohnt. 

10 Fragen an Nora Fieling

Wie ist es, ein so persönliches öffentliches Tagebuch zu führen? Wie hilft es im Umgang mit der eigenen Erkrankung? Welche Nachteile bringt es mit sich? Wenn ich auf Noras Blog lese, kommen mir viele Fragen zum Schreiben. Also, legen wir direkt los…

1. Nora, was gibt dir den Mut, deine Gedanken und Gefühle so offen mit der Welt zu teilen? Welches Ziel oder welchen Wunsch verbindest du mit der Veröffentlichung? 

Es gab verschiedene Gründe, weshalb ich im Mai 2015 einen öffentlichen Blog startete. Zum einen erhielt ich ein paar Monate vorher in der Tagesklinik die Diagnose „Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung“. Infolgedessen suchte ich im Internet nach Erfahrungsberichten anderer. Viele Seiten erklärten zwar die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten, doch keine enthielt die Informationen, die mich interessierten: Ich wollte wissen, wie das konkret im Leben eines Betroffenen aussah – wie gestalten sie ihr Leben, welche Auswirkung hat die Krankheit auf ihren Alltag und auf ihre Beziehungen, was denken und fühlen sie?

Aus solchen Informationen hätte ich gerne Parallelen zu mir gezogen, um vielleicht mich etwas besser zu verstehen als auch aus den Erfahrungen anderer zu profitieren.

So fing ich an, dass zu schreiben, was ich selber gerne gelesen hätte – ich erzähle von mir und meinen Empfindungen, Gedanken, Erfahrungen, Beziehungshürden und Alltäglichkeiten – alles in Zusammenhang mit Depression, Angst und der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Diagnose der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung wurde inzwischen revidiert.

Der weitere Grund meines Schreibens resultiert aus einem kleinen, großen Mädchentraum – mit 15 dachte ich mir, dass ich einmal das Buch schreiben möchte, was mir als Teenager vielleicht geholfen hätte.

Damals war ich zwar noch nicht diagnostiziert, doch ich wusste, dass ich irgendwie „anders“ bin. Traurikeit, das Gefühl der Leere, Todessehnsucht und selbstverletzendes Verhalten – irgendwas stimmte mit mir nicht, doch mich jemandem anvertrauen schaffte bzw. konnte ich auch nicht.

Wir hatten noch keinen Internetzugang, so blieben mir nur die Bücher aus der Bibliothek. Doch in den ganzen autobiographischen Büchern fand ich mich nur teilweise wieder.

Dass ich also meinen Blog gründete, war mein erster Schritt zum öffentlichen Schreiben.

Das ganze erfolgt unter einem Pseudonym, zu welchem ich voraussichtlich 2018 mehr Gesicht zeigen werde. Dies hatte den Vorteil, dass ich ganz frei das schreiben konnte, was ich denke und fühle, ohne das jemand aus meinem Umfeld gleich weiß, dass ich das bin. Die Anonymität ist ein Schutz für mich (gewesen), als auch für die Personen aus meinem Umfeld – seien es nun meine Eltern oder mein Partner.

Was mich immer mehr ermutigte, weiter meine Texte öffentlich zu posten, liegt auch an der Rückmeldung meiner LeserInnen. Anfangs schrieb ich hauptsächlich nur für mich und verfolgte auch kein Ziel von „Bekanntwerden“ oder so. Auch mein Partner warnte mich vorsichtig, dass dies alles eventuell nichts wird, weil ich es nicht kann, niemand anderes interessiert oder mir doch nicht so gut tut, wie ich damals dachte.

Doch nach und nach bekam (bzw. bekomme) ich immer mehr Rückmeldungen. Viele schreiben mir – entweder in öffentlichen Kommentaren oder in privaten Nachrichten – dass ich das in Worte gefasst hätte, wofür sie keine hätten. Sie bedanken sich für meine Offenheit, fühlen sich etwas verstanden und weniger alleine.

Ich durfte so unglaublich viel positives Feedback erfahren, was mich teilweise überforderte – nie hätte ich damit gerechnet, dass es mal jemand anderem so helfen könnte. Inzwischen habe ich verstanden, dass die meisten derjenigen, die sich bei mir für meine offenen Worte bedanken, so oft in derselben Position sind, wie ich damals – auf der Suche nach jemand anderem, der ähnliches erlebt und fühlt. Vor allem auch um zu erfahren, dass man nicht der/die Einzige ist, die solche Krise(n) durchmachen muss.

Ich freue mich auch darüber, dass unter meinen LeserInnen ein paar Angehörige und auch ein paar Therapeuten sind. Von diesen bekam ich die Rückmeldung, dass sie nun etwas besser ihren Angehörigen bzw. Patienten „verstehen“ können. Sie fanden ein Stück weit Hilfe durch meine Erfahrungsberichte – ein weiterer Punkt, mit welchem ich vor allem am Anfang meiner Bloggerei nie gerechnet hätte.

Während es anfangs nun also nur eine Schreiberei für mich, eine Reflexion meiner Gedanken und Gefühle und teilweise – sorry für die Ausdrucksweise – doch auch eine Möglichkeit für ein „seelisches Auskotzen“ war, so ist es für mich inzwischen zu einer – meiner – persönlichen Aufgabe geworden, zur Enttabuisierung und Entstigmatisierung von Depressionen & Co beizutragen.

2. Inwieweit hilft dir das Schreiben ein glücklicheres Leben zu führen?

 „Glücklicheres Leben“ ist eine große Aussage. Ich bin überzeugt davon, dass das Schreiben einen großen Teil dazu beigetragen hat, mich selbst besser zu reflektieren und auch mich selbst besser kennenzulernen. Während andere sich gut durch Musik oder Kunst ausdrücken können, so ist die Schreiberei mein Ventil, um Gedanken und Gefühle rauszulassen.

Wie gesagt, andere schrieben mir u.a., dass sie sich dadurch weniger alleine fühlen – so geht es vor allem mir selbst. Durch die Leserschaft, die sich in den vergangenen Jahren gebildet hat, durch den Austausch mit ihnen, erfahre ich eine gewisse Wertschätzung. Vor allem aber erfahre auch ich, dass ich mit dem ganzen schweren Ballast gar nicht so alleine bin und dass es da draußen viele Menschen gibt, die mich in meinem Gefühl nachvollziehen können.

Doch das Schreiben ist nur ein Baustein, der mich mehr zu mir geführt hat. Ein paar Monate vorm Start meines Blogs gründete ich eine Selbsthilfegruppe mit, welche ich heute noch besuche. Zudem bin ich in einer ambulanten Therapie, habe neue Menschen kennengelernt und führe mit meinem Partner und unseren Frettchen eine gesunde und durchaus glückliche Kleinfamilie, wenn auch – aufgrund der Tiere statt Kinder – einer etwas anderen Art.

Aus all diesen Bausteinen haben sich neue Projekte entwickelt, durch welche ich persönlich wachsen durfte und welche dazu beitrugen, dass ich z.B. ein gesünderes Selbstwertgefühl aufbauen konnte.

3. Was ist die schönste Veränderung, die du durch das Bloggen erfahren hast?

 Ach, da gibt es auch so einige:

Die Menschen, mit denen ich in Kontakt bin und welche ich über meinen Blog kennengelernt habe, sind eine große Bereicherung. Manche habe ich persönlich schon kennenlernen dürfen, mit anderen schreibe ich mir E-Mails und mit anderen findet ein Austausch „nur“ aufgrund der Kommentare statt.

Sie zeigen mir immer wieder, dass ich nicht alleine bin und das sie mich in manchen meiner Gefühle und Gedanken verstehen. Sie zeigen Verständnis bzw. vermutlich zeigen wir es einander. Etwas, was vielen von uns in der offline-Welt fehlt.

Mit einigen dieser Menschen arbeite ich nun an diversen Projekten zusammen. Z.B. freue ich mich sehr, dass ich Gastautorin bei Miles! – Das Magazin unter Leitung von Marcus Jäck sein darf. Mit dem Autoren Stefan Lange arbeite ich gerade an der Konzeption für ein weiteres Projekt, was derzeit noch top secret ist.

Das alleine sind schon zwei herzensgute Menschen, welche ich persönlich kennenlerne durfte und welche ich sehr schätze. Andere Menschen werde ich noch kennenlernen. Alle kann ich hier nicht aufzählen, doch in jedem Austausch mit einem anderen Menschen verändert sich auch etwas in einem selbst. In meinem Fall durch den Blog, zu etwas positiven.

Eine ganz besonders tolle Veränderung bzw. Erfahrung ist die, dass mein kleiner, großer Mädchentraum nun tatsächlich wahr wird. Im Frühjahr diesen Jahres durfte ich einen Autorenvertrag bei dem Verlag Starks-Sture unterschreiben. Das Buch wird 2018 veröffentlicht – über den genauen Inhalt bzw. das genaue Datum der Veröffentlichung möchte ich jedoch noch nichts verraten. Ein bisschen Spannung muss sein.

Dies sind nur ein paar tolle Veränderungen, viele wirken auch im Kleinen und vermutlich würde es hier den Rahmen sprengen. Alles in allem hat das Bloggen jedoch mir sehr geholfen bzw. hilft es immer noch, mich auf meine Art und Weise ein Stück weit zu verwirklichen bzw. mir den Weg dazu zu ebnen – es gibt so einige neue Ziele und Pläne für das nächste Jahr. Und ich bin überzeugt davon, dass mir das Schreiben und der Austausch im Internet ganz viel Kraft und Mut für die Herausforderungen in der offline-Welt gibt.

4. Welche Herausforderung hast du vor dem Blogstart nicht gesehen oder falsch eingeschätzt?

Ach je, vor allem das technische Hexenwerk *lach

Also, ich kannte mich vorher ja sogar nicht aus mit dem Erstellen von Internetseiten. Allein für das Kontaktformular habe ich bestimmt fünf Stunden gebraucht, ehe es funktionierte. Da habe ich schon oft gedacht, dass ich es aufgrund der technischen Dinge nicht packen werde.

Einmal hatte mein Anbieter meine Seite gesperrt, da der Verdacht bestand, dass meine Seite gehackt wurde. Mein Blog war ein paar Monate lahm gelegt, da ich es alleine überhaupt nicht geschafft habe, dass alles zu reparieren. Aber Internet sei Dank – es gibt viele Facebook-Gruppen, wo ich Hilfe erfuhr bzw. in dem speziellen Fall war es ein Kumpel meines Freundes, der mir via E-Mail-Kontakt half.

In den letzten Jahren gab es auch ein paar sogenannte Hater-Kommentare bzw. Hater-Mails – die krasseste war mal, dass ich doch einfach vor nen Zug springen soll. Da hab ich auch erstmal schlucken müssen. Dies sind aber ganz wenige und mittlerweile stehe ich da auch drüber.

Ein weiterer, sehr schwierigerer, Punkt ist der, dass ich viele persönliche Nachrichten bekomme. Das ist grundsätzlich was schönes, zumal es oft auch sehr liebe Nachrichten sind. Doch manchmal schreiben andere Betroffene gleich ihre ganze Lebensgeschichte auf – und das ohne Triggerwarnung oder ähnliches.

Ich schätze das Vertrauen, keine Frage, doch es ist alles andere als leicht, wenn Du einen Text – noch dazu sehr detailreich – über schwierige und traumatische Erlebnisse liest. Mittlerweile kann ich damit besser umgehen, sprich, mich gut abgrenzen. Dies verdanke ich auch meiner Therapeutin, mit welcher ich offen darüber sprechen darf – ein paar meiner Therapiestunden gleichen eher einer Art Supervision. Diese brauchte ich auch aufgrund von Herausforderungen, mit welchen ich ebenfalls zu Beginn nicht rechnete.

Das mir andere ihre traumatischen Erlebnisse schreiben ist das eine, doch manche schreiben einen einzigen, Satz, der viel schlimmer im Sinne von schwieriger für mich ist: „Ich will nicht mehr leben.“

Das am Besten noch Nachts um eins, wo ich eigentlich schon längst im Bett sein wollte. Das ganze einfach so stehen lassen und erst den nächsten Tag darauf eingehen kann ich nicht. Also gab es in der Vergangenheit so einige Nächte, wo ich länger mit den jeweiligen Absendern geschrieben habe. Bei den meisten bekam ich dann auch die Rückmeldung, dass sie eben den Notdienst bzw. Krisendienst angerufen hätten. Dann ging es gut aus.

Da ich keine Krisenberatung bin (und auch nicht sein möchte!), ist es natürlich heikel, solche Nachrichten für mich als Laie (im Sinne dessen, dass ich keine psychologische Ausbildung oder so habe) alleine zu bearbeiten.

Zweimal kam es dieses Jahr vor, dass ich deswegen auch die Polizei benachrichtigen musste. Von der einen erfuhr ich später selbst, dass ihre Freundin sie gefunden hätte und das sie in eine Klinik gebracht worden ist, die andere schrieb mir, sie hätte das doch gar nicht so gemeint.

Solche Nachrichten sind schon eine sehr große Herausforderung für mich.

5. Gibt es auch Zeiten, in denen du nicht schreiben kannst? In denen das Schreiben als Ventil blockiert ist? Wie löst du diesen Knoten dann wieder?

Ja, die gibt es auch. Da ist dann meistens so viel los – entweder „nur“ in meinem Kopf oder auch allgemein um mich herum, dass ich einfach nicht die Ruhe finde zum Schreiben bzw. keinen wirklich klaren Gedanken fassen kann.

Inzwischen kann ich mich damit abfinden und setze mich nicht unter Druck. Meistens lasse ich das Schreiben dann ganz einfach mal und konzentriere mich auf etwas anderes – z.B. einmal mehr ganz bewusst mit meinen Tieren spielen, mit meinem Partner etwas unternehmen, mit Freunden reden, Entspannungsübungen ausprobieren oder ganz aktiv – die Wohnung putzen.

Wenn der Knoten richtig fest sitzt, kann es mir jedoch auch helfen, dann erst recht zu schreiben. Inhaltlich kreuz und quer, ohne Punkt und Komma „einfach“ alles auf Papier bringen, was gerade in mir los ist. Dies hilft mir, um erst einmal alles rauszulassen. Sortieren kann ich es später immer noch.

6. Tagebuchkritiker sagen, gerade bei emotional belasteten Menschen besteht die Gefahr, dass sie sich durch das Schreiben nur in eine gedankliche Abwärtsspirale begeben. Was sagst du als Bloggerin dazu, die auch viele “Tagebucheinträge” veröffentlicht? 

Oh, davon habe ich so noch nie gelesen. Diese, ich sage mal, Vorurteile kenne ich nur gegenüber Selbsthilfegruppen …

Im Gegenteil, ich habe inzwischen so einige Beiträge von anderen, teilweise Fachzeitschriften gelesen, wo das Schreiben als Tipp gegeben wurde, sich um sich selbst zu kümmern. Doch vermutlich können wir auch hier nicht alles pauschalisieren und ja, sicherlich gibt es auch Menschen, welche sich durch das Schreiben in eine gedankliche Abwärtsspirale begeben können.

Hhm, dennoch empfinde ich die Aussage, dass „gerade bei emotional belasteten Menschen die Gefahr besteht …“, etwas zu engstirnig gedacht, wenn ich das mal so offen sagen darf.

Aus meiner eigenen Erfahrung und auch aus Gesprächen mit anderen Bloggern weiß ich, dass das Schreiben durchaus eine Entlastung ist. Gerade als Kind oder Jugendliche hat man ja Tagebuch geschrieben, um dort „jemandem“ seine Geheimnisse und Sorgen anzuvertrauen. Das Tagebuch war/ist ein Gegenüber, was geduldig schweigt und ein „offenes Ohr“ für mich hat – für viele etwas, was sie in ihrem persönlichen Umfeld nicht haben.

Für mich selbst ist das Schreiben das, was für manch andere der Sport ist. Und gegenüber der Aussage, dass „gerade bei emotional belasteten Menschen die GEFAHR besteht …“ würde ich gerne mal Rückmeldungen bzw. Statistiken sehen wollen, in der es heißt, dass „gerade bei emotional belasteten Menschen die CHANCE besteht …“

Es hat immer alles seine zwei Seiten der Medaille, daher dürfen wir meiner Meinung nach Tipps und Ratschläge nicht eindimensional geben bzw. betrachten. Der individuelle Mensch muss im Vordergrund stehen und was dem einen schadet, kann dem nächsten helfen.

Ich für meinen Teil habe in der Vergangenheit auch so einige düstere Texte geschrieben, jedoch nicht veröffentlicht, und auch wenn diese durchaus sehr verzweifelt und depressiv sind, so empfand ich es für mich als Entlastung, diesen Gedanken irgendwo niederzuschreiben. Mir hat das Schreiben sogar viel mehr dabei geholfen, mich nicht in meinen Gedanken zu verlieren – dies finde ich, vor allem im Nachhinein, viel schlimmer.

Seinen Gefühlen und Gedanken Ausdruck zu verleihen – egal mit welchen Mitteln, also ob nun Schreiben, Kunst oder Musik – ist doch immer viel besser und hilfreicher, als alles in sich hineinzufressen, oder?

Nicht umsonst gibt es gerade beim Schreiben inzwischen auch die Schreibtherapie, etwas, was es ähnlich wie andere alternativen Therapieformen meiner Meinung nach auch auf Rezept geben sollte.

Einfach, weil es hilft. Nicht jedem pauschal, dafür vielen Individuen.

7. Wenn Leser mit psychischen Erkrankungen überlegen, das Schreiben selbst einmal für sich auszuprobieren, aber noch zögern – Was würdest du ihnen sagen?

Einfach machen. Ist jetzt aber natürlich leichter gesagt als getan. Viele Betroffene haben einen gewissen Perfektionismus in sich verinnerlicht, wodurch immer alles gleich gut und super sein muss.

Ich habe z.B. mit einem Therapie-Tagebuch angefangen, wo ich alles aus der Tagesklinik festhielt. Etwas später habe ich mit einer Freundin angefangen, Schreibübungen zu machen und uns dabei auszutauschen. Wir hatten z.B. ein paar vorgegebene Begriffe, aus welchen wir eine Geschichte erfanden oder die Aufgabe lautete, einen Menschen sehr detailreich zu beschreiben. Mit ihr besuchte ich auch ein paar Mal einen kostenfreien Schreibkurs, was uns jedoch nicht so ganz zu sprach.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man an das Schreiben kommen kann, die Frage ist natürlich auch, wohin man möchte. Relativ schnell habe ich gemerkt, dass ich über mich erzählen möchte, dass da so einiges ist, was raus muss und ich das in einer eher freien Form ausdrücken möchte – andere verfassen ihre Gedanken in abstrakte Kurzgeschichten, Märchen oder Gedichte.

Anstatt Ratgeber über „richtiges“ Schreiben zu lesen möchte ich empfehlen, wirklich einfach drauflos zu schreiben, dass ganze dann ein paar Tage ruhen lassen und sich dann nochmal genau ansehen.

Dies ist meiner Meinung nach wesentlich effektiver, als wenn man sich an zehn vorgeschriebene Regeln hält, um einen Text zu schreiben, der zudem ja oft auch noch persönlich sein soll. 

8. Nutzt du noch andere Formen des Schreibens außer Bloggen? Welche Rolle spielen Tagebuch, Gedichte und (Kurz-)Geschichten in deinem Leben?

 Früher schrieb ich etwas Tagebuch und auch so einige Gedichte, heute nicht mehr so. Wenn eine Idee da ist, dann gibt es auch mal eine Kurzgeschichte, doch dort habe ich mich noch nicht so richtig gefunden. Mal sehen, ob in ein paar Jahren aus den Entwürfen in meiner Schublade noch was wird 😉

Hauptsächlich schreibe ich an meinem Blog, für Miles!-Das Magazin und an meinem Buch.

9. Lass uns gemeinsam einen Blick in deine Zukunft werfen: Was sind deine Pläne mit dem Blog, deinem Schreiben und deinem Leben im Allgemeinen?

Oha, eine große Frage. Also, es gibt so einige Pläne und Vorstellungen, das Gesamtkonzept steht jedoch noch nicht so ganz, weswegen ich noch nicht alles verraten kann bzw. möchte.

Doch ich möchte vor allem das, was ich seit etwa zwei Jahren ehrenamtlich mache, weiter ausbauen – auch mit entsprechenden Qualifizierungen – um damit hauptberuflich tätig zu werden. Konkret heißt das, dass ich u.a. die Ex-In-Ausbildung absolvieren werde. Diese Ausbildung richtet sich gerade an Psychiatrie- bzw. Krisenerfahrene, welche dann später entweder in psychiatrischen Einrichtungen arbeiten oder als Dozent tätig werden. Ich selbst möchte in der Aufklärung und Prävention tätig werden.

Dann erscheint nächstes Jahr erst einmal das eine Buch und ob ich meine anderen Buch-Ideen realisieren werde, werde ich dann sehen. Zudem möchte ich auch meinen Online-Shop noch etwas ausbauen und Designs kreieren.

Zudem werde ich weiter mit meiner Freundin und Kollegin Annegret Corsing zusammenarbeiten. Sie selbst ist sogenannte Erfahrungsexpertin und hat ein Resilienztraining entwickelt, welche sich vorrangig an Betroffene richtet, welche auf einen Therapieplatz warten. In ihrem Pilot-Projekt im Sommer 2017 war ich Co-Trainerin in Ausbildung und diesbezüglich gibt es auch noch so einige Pläne und Weiterentwicklungen.

Letzten Endes ist es so, dass ich mir gerade selbst eine berufliche Zukunft baue, weil ich auf dem „normalen“ ersten Arbeitsmarkt bisher immer auf die Nase gefallen bin. Ich möchte mich mit meiner Erkrankung nicht verstecken. Vor allem möchte ich etwas tun, was für mich sinnvoll ist.

„Selbstverwirklichung“ ist leider oftmals ein negativ konnotiertes Wort, doch ist es das, wonach ich strebe. Denn ich möchte nicht mehr funktionieren, sondern leben.

10. Vervollständige: Schreiben ist…

ein Teil meiner Therapie.

Vielen Dank für das Interview!

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