6 Journaling Impulse, mit denen du deinen inneren Kritiker in die Schranken weist

Wir alle kennen diesen inneren Dialog, in dem eine innere Stimme uns weismachen will: Du kannst das nicht. Du bist nicht gut genug. Du kriegst das nicht hin. Wie häufig und wie überzeugend sich dieser innere Kritiker bei dir meldet, ist kein Schicksal, sondern eine Frage des Trainings. Diese Journaling-Fragen laden dich ein, deinen inneren Dialog neu auszurichten.

„Wer will schon mein Buch lesen?!“

„Was ich zu sagen habe, wurde bereits tausend Mal geschrieben…“

Neulich ist mein erstes Buch als Kindle-Version erschienen und ich bin trotz regelmäßigem Mentaltraining wieder in das alte Muster gefallen – von Selbstzweifel und Ohnmachtsgefühlen. Die Stimme erwischte mich in einem schwachen Moment und witterte Oberwasser. Schon meldete sie sich plötzlich auch im Büro:

„Wie willst du bitte Mitarbeiter führen?!“

„Ja, das mag jetzt geklappt haben, aber das ist doch eine Nummer zu groß…“

Ok, mittlerweile weiß ich, wann es Zeit für ein Trainingslager ist. Und ja, meine mentale Fitness war angeknackst. Warum? Spielt keine Rolle. Wir alle kennen die Momente, in denen wir  aus unserem Selbstvertrauen herausfallen und uns in einem Loch wiederfinden. Uns ganz klein fühlen, während unsere kritischen Stimmen auf uns niederprasseln.

Ja, der innere Kritiker meint es gut. Er will uns antreiben. Will, dass wir besser werden. Aber gut gemeint, hat noch nie funktioniert.

Sobald ich merke, dass mein innerer Dialog dunkelschwarze Farbe angenommen hat, beeile ich mich, aus dem Loch herauszuklettern. Denn der Boden hat die dumme Angewohnheit sich in Treibsand zu verwandeln, wenn man zu lange sitzen bleibt. Das Klettern funktioniert wie jeder Sport besonders einfach, wenn man regelmäßig trainiert.

Da ich nicht der einzige Selbstzweifel-Kletterer bin und du auch nicht der einzige Selbstzweifel-Kletterer bist, teile ich mal ein paar Journaling Fragen für uns alle – für ein schnelleres Ankommen auf dem Gipfel und für weniger Abstürze.

Die Schreibimpulse beenden deine negativen inneren Dialoge nicht auf Knopfdruck, aber sie schärfen dein Bewusstsein dafür, wie deinen negativen Gedankenspiralen sich anbahnen, sie helfen dir, deinen inneren Kritiker frühzeitig zu erspähen und negative durch positive Dialoge zu ersetzen.

Journaling zur Selbstbestärkung

  1. Wann hast du dich das letzte Mal kritisiert? Schreib die genauen Formulierungen auf, die du zu dir selbst sagst. Was hat dein negatives Selbstgespräch ausgelöst? Welche Personen waren anwesend, was ist passiert?
  2. Schreib auf, wie sich dein negatives Selbstgespräch ausgewirkt hat – was ist danach passiert, wie hast du dich gefühlt, wie hat sich dein Verhalten verändert? Hat es dir in der Situation geholfen oder dir geschadet?
  3. Stell dir vor, du bist Ratgeber-Autor und erhältst Leserpost, in dem dein Problem geschildert wird. Schreib einen Brief, in dem du als Ratgeber-Autor dir selbst antwortest.
  4. Nimm ein leeres Blatt Papier und teile es in zwei Spalten ein. Schreib in die linke Spalte alle selbstkritischen Gedanken, die du dir am häufigsten vorhältst. Schreib danach in die rechte Spalte zu jeder Kritik eine ermutigende und bestärkende Gedanken. Wenn es dir schwerfällt, eine andere Sicht einzunehmen, dann stell dir vor, ein guter Freund würde seine Zweifel und Ängste schildern. Was würdest du ihm sagen? Wenn ein Satz aus deinen negativen Selbstgespräch lautet „Ich bekomme nichts auf die Reihe.“ könntest du dem entgegenstellen: „Das war noch nicht das Ergebnis, das ich wollte, aber ich übe weiter und werde besser werden.“ „Ich bin immer so tollpatschig.“ könnte werden zu „Ich bin gerade gegen einen Tisch gelaufen. Ich nehme das als Hinweis mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.“
  5. Konzentriere dich auf deine Stärken. Schreib eine Liste mit deinen positiven Eigenschaften. Wenn dein inerer Kritiker gerade die Oberhand hat, sei mutig und frag deine Freunde :).
  6. Nutze deine Fantasie. Beschreibe dich selbst aus der Perspektive von jemandem, der dich liebt und der dich unterstützt. Wie fühlst du dich, nachdem du den Text geschrieben hast?

Vom Schreiben zum Handeln

Die Journaling Impulse lenken deinen Fokus zurück auf das Positive, deine Stärken und deinen bedingungslosen Wert. Lies dir deine bestärkenden Texte immer wieder mal durch. Wenn du dich das nächste Mal in einem Selbstzweifelloch wiederfindest, erinnere dich an sie. Du wirst schneller wieder herausklettern.

Zunächst mögen dir die positiven Sätze noch fremd und unglaubwürdig erscheinen. Lies sie für die nächsten 7 Tage jeden Morgen die Liste deiner Stärken durch und fühl dich immer mehr in die Wahrheit dieser Sätze ein.

Der innere Kritiker muss nicht gewinnen

Es ist möglich, den eigenen inneren Kritiker zu kontrollieren. Die Kunst ist, ihn möglichst früh zu bemerken, d.h. sich selbst bewusst zu werden, mit welchen Sätzen wir unsere Handlungen täglich begleiten und welche negativen Auswirkungen das für unser Leben hat.

Wenn du diese negativen Auswirkungen durchs Schreiben sichtbar gemacht hast, bist du nicht länger ihr Opfer. Du kannst dich entscheiden, nicht auf sie zu hören und sie durch positive, liebevolle und unterstützende Worte zu ersetzen. Das gelingt nicht sofort. Es braucht kontinuierliches Training. aber es lohnt sich. Hab etwas Geduld und Mitgefühl mit dir und hör nicht auf zu trainieren.

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg. Ich übe mit dir.

Kennst du schon mein kostenloses E-Book „Du bist genug?“ Darin habe ich die effektivsten Übungen aus NLP, positiver Psychologie und Schreibtherapie gesammelt, mit denen du dein Selbstwertgefühl stärken kannst.

 

Was sind die häufigsten negativen Sätze, die dir dein innerer Kritiker glauben machen will? Welche positiven Sätze hast du gefunden, die du dir in Zukunft stattdessen sagen wirst?

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