Frag deinen Guru

Gastbeitrag von Timo Heß.  Hast Du letzte Nacht mal wieder kein Auge zugetan, weil Dein Gedankenkarussell sich unermüdlich nur um eine Sache drehte? Oder kannst Du Dich derzeit schlecht auf Deine Arbeit konzentrieren, weil Dir einfach keine Lösung für dieses eine Problem einfällt? 

Ich kenne viele solcher Situationen. Und weißt Du, was mir dabei hilft? Ich führe eine Unterhaltung mit dem weisesten Wesen, das ich kenne. Meinem Guru. Schön und gut, dass Du einen Guru hast, denkst Du, ich aber kenne doch gar keine Gurus!?

Doch. Tust du.

Denn ich spreche nicht von einem greisen alten Herrn, der esoterische Weisheiten mit Dir teilt. Ich spreche von Deinem ganz persönlichen inneren Guru, der immer da ist und Dir mit aller Weisheit Deines Unterbewusstseins zur Seite steht, von Deiner inneren Stimme. Denn unser Unterbewusstsein kennt für die meisten unserer Probleme bereits die einzig wahre Lösung. Nur haben wir im Laufe des Erwachsenwerdens verlernt, dieser weisen inneren Stimme aufmerksam zu lauschen.

Doch es gibt eine einfache Übung, die Dir dabei hilft, eine Standleitung zu Deinem persönlichen Guru aufzubauen.

Wie du mit deinem persönlichen Guru in Dialog trittst

  1. Öffne Dein Tagebuch und nimm Dir eine freie Einzel- oder Doppelseite vor und notiere unbedingt ganz oben in einer Ecke das aktuelle Datum. Das ist wichtig, damit Du nachvollziehen kannst, dass der Zugang zu Deinem inneren Guru, und damit die das Gefühl der Leichtigkeit in Deinem Leben stetig wächst. Halte zwei verschiedenfarbige Stifte parat und sorge dafür, dass Du ungestört bist.
  1. Nun schließe kurz die Augen und versuche, Deinen Guru zu visualisieren. Ist es ein Mann oder eine Frau? Alt oder jung? Im Lichtkegel stehend oder auf einer idyllischen Lichtung sitzend? Lass’ Deiner Phantasie freien Lauf, es ist Dein persönlicher Guru, es gibt keine Regeln, wie er oder sie auszusehen hat, Du erschaffst sein Äußeres. Siehst Du ihn klar und deutlich vor Dir? Gut, dann ist es Zeit, ihn um Rat zu bitten.
  1. Stell’ Dir die Schreibübung nun wie einen Chat vor. Nimm den einen der beiden Stifte zur Hand und schreibe Deinen Guru über die Seite(n) Deines Tagebuchs direkt an, begrüße ihn oder sie auch. Sei freundlich, denn Deine Botschaften sickern direkt in Deine eigene Seele. Vielleicht hast Du Deinem Guru auch schon einen Namen gegeben? Nutze ihn in der Ansprache.
  1. Nun lässt Du Deinen Guru antworten. Nimm dafür den zweiten, andersfarbigen Stift und horche aufmerksam in Dich hinein. Setze den Stift an und lass den Worten freien Lauf. Das klingt jetzt vielleicht merkwürdig, aber ich verspreche Dir, dass Dir Dein Guru souffliert, was Du zu notieren hast. Die richtigen Worte werden ihren Weg auf das Papier finden.
  1. Nun seid ihr schon im Dialog, Du und Dein Guru. Nun stell’ ihm die Frage zu einem Problem oder Sachverhalt, der Dich quält und für den Dir partout keine Lösung einfallen wollte. Umschreibe nichts, komm’ auf den Punkt, teile Deinem Guru auch mit, warum Dich das Thema so beschäftigt.
  1. Nun lass Deinen Guru wieder antworten. Gib’ Dir Zeit, lausche ganz entspannt in Dich hinein. Halte dabei aber bereits den Stift parat, dessen Farbe die Antworten des Gurus markiert. Und dann schreibe die Antwort Deines Gurus auf. Wieder kann ich Dir versprechen, dass dabei so viel Weisheit durch deine Gedanken und Finger rauscht, dass Du schon bald eine Lösung für Dein Problem gefunden hast.
  1. Führe die Konversation mit Deinem inneren Guru so lange weiter, wie Du möchtest. Bis Du Dein Herz bei ihm vollständig ausgeschüttet hast und Dich besser fühlst. Schließe die Unterhaltung mit einer Verabschiedung und versprich’ Deinem Guru, ihn bald wieder um Hilfe zu bitten.

Auch wenn Du beim Lesen der einzelnen Schritte vielleicht noch skeptisch bist: hab’ Vertrauen in Dein Unterbewusstsein und lass’ Dich einfach mal auf die Übung ein. Du wirst staunen, wie klar und deutlich Du so manche Antwort auf schwierige Fragen bereits kennst und ausformulieren wirst.

Timo HeßIch kann Dir versichern, mir hilft diese Übung immer wieder. Egal, ob ich in einer beruflichen Entscheidung unsicher bin oder ich mich über jemanden ärgern musste oder einfach nicht weiß, was ich am Wochenende wirklich tun möchte.

Der Guru ist immer da – denn der Guru bist Du!

Timo Heß bloggt auf Zwischenzeilen über kreatives Leben und ist hauptberuflich freier Schriftsteller, Texter und Schreibcoach.

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2 Comments Frag deinen Guru

  1. Julia

    Wow, das klingt wirklich extrem spannend! Freue mich schon darauf, diese Übung bald auszuprobieren. Ich bin sowieso immer vollkommen fasziniert, was man beim Schreiben teilweise für unglaubliche Einsichten aufs Papier bringt, aber das hier scheint mir nochmal einen Schritt weiterzugehen. Nicht zuletzt ist auf ähnliche Weise ja auch die „Gespräche mit Gott“-Trilogie von Neale Donald Walsch entstanden, die man natürlich schon in die Esoterik-Ecke stellen kann, aber meiner Meinung nach unheimlich viele erfrischende, zutiefst berührende Wahrheiten enthält.

    Danke auf jeden Fall für diese wertvolle Schreibübung!

    Reply
    1. Paul

      Danke dir für den Hinweis auf die Trilogie, hatte ich schon oft von gehört, aber jetzt schaue ich sie mir doch mal näher an 🙂

      Reply

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