5 erfolgreiche Blogger über ihr geheimes Glücksrezept

Eine Abkürzung zum glücklichen Leben? Dankbarkeit. Glaubst du nicht? 5 erfolgreiche Blogger und Online-Unternehmer teilen ihre Erfahrungen mit Dankbarkeitstagebüchern. Sie sind sich einig: Dieses Ritual wollen sie nicht mehr missen.

Ein Dankbarkeitstagebuch zu führen, klingt erst mal esoterisch, kann aber ein echter Gamechanger sein und den Unterschied machen von depressiv/frustriert hin zu erfolgreich/zufrieden. Das wird auch in regelmäßigen Abständen von wissenschaftlichen Studien belegt. Da persönliche Berichte auf mich allerdings eine größere Wirkung haben und mich eher zum Überdenken meines eigenen Verhaltens einladen als blanke Theorie, habe ich mich auf die Suche gemacht nach Menschen, die Dankbarkeitstagebuch führen. Ich bin tatsächlich relativ schnell unter meinen bloggenden und vloggenden Kollegen fündig geworden, was mich nicht allzu sehr wundert, da Blogger wohl eher zu den reflektierten Zeitgenossen gehören, die ihr Leben in die eigene Hand nehmen.

Wen habe ich interviewt?

Marcus Meurer, Robert Gladitz, Linda Benninghoff, Gregor Iwanoff und Raphael Kolic haben Dankbarkeit zu einem festen Bestandteil ihres Tageablaufs gemacht. Hier teilen sie, was sich durch das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs in ihrem Leben verändert hat und von wem sie am meisten über Dankbarkeit gelernt haben. Ich hoffe, die Interviews motivieren dich genauso wie mich, diese Routine selbst (wieder) einmal umzusetzen.

Du weißt nicht, was mit Dankbarkeitsjournal gemeint ist? In diesem Artikel findest du alle Infos (zu einer Variante des Dankbarkeitsjournals), um selbst diese Glücks- und Erfolgsgewohnheit in deinen Tag zu integrieren.

Aber jetzt, Vorhang auf…

Marcus Meurer,  Online-Unternehmer (Force M), Podcaster (LifeHackz) und  Gründer der DNX – Digitale Nomaden Konferenz

Marcus Meurer

Was hat den Anstoß für dich gegeben, mit einem Dankbarkeitstagebuch zu beginnen? Was hast du dadurch über dich gelernt, was hat sich in deinem Leben verändert?

Ich habe mich seit dem Start in meine ortsunabhängige Selbstständigkeit als digitaler Nomade in allen Bereichen extrem weiterentwickelt. Ein Bereich ist mehr Achtsamkeit und Fokus durch Meditation und Mindfulness. Dazu gehört auch das morgendliche Ausfüllen meines Gratitude Journals.

Als digitaler Nomade ohne Homebase führe ich ein sehr aufregendes und unstetes Leben. Ab einem gewissen Punkt werden dann Struktur und Routinen immer wichtiger, um weiter produktiv von unterwegs zu sein.

Das 5 Minute Journal* habe ich Ende 2014 in meine tägliche Morgenroutine integriert.

Seitdem bin ich relaxter und offener neuen Situationen und Menschen gegenüber. Durch das tägliche Journaling wird einem bewusst, wie glücklich man sich schätzen darf. Du lernst Dankbarkeit für dein Leben und den Moment.

Von welchem Menschen hast du am meisten über Dankbarkeit gelernt?

Der TED Talk „Want to be happy? Be grateful“ von dem Mönch David Steindl-Rast hat mich mega inspiriert und den Anstoß gegeben, noch achtsamer und dankbarer zu sein.

 

Linda Benninghoff, bloggt auf MyMoneyMind über mehr Geld und Fülle im Leben

Linda Benninghoff

Was hat den Anstoß für dich gegeben, mit einem Dankbarkeitstagebuch zu beginnen? Was hast du dadurch über dich gelernt, was hat sich in deinem Leben verändert?

Seit dem Sommer 2014 schreibe ich fast täglich auf, wofür ich dankbar bin. Warum ich damit angefangen habe, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich habe ich einen Ratgeber gelesen, in dem das vorgeschlagen wurde. Und weil ich gerne Neues ausprobiere, habe ich gedacht: „Warum nicht? Braucht nicht viel Zeit, also versuche ich`s.“ Dabei bin ich geblieben.

Angefangen habe ich mit täglichen fünf Punkten, für die ich dankbar bin, mittlerweile bin ich bei 15. Nicht weil mir aus dem Stehgreif so viele tolle Sachen einfallen, sondern um mich herauszufordern, mehr das Schöne in meinem Leben zu sehen.

Gemerkt habe ich, dass ich schon nach kurzer Zeit auch tagsüber mehr darauf geachtet habe, wofür ich dankbar bin. Schließlich muss ich am nächsten Tag wieder Punkte für mein Dankbarkeitstagebuch finden! Mittlerweile achte ich aber generell mehr auf die kleinen Schönheiten des Tages und freue mich darüber.

Durch das Dankbarkeitstagebuch habe ich gelernt, dass es so viele tolle Sachen im Leben gibt. Selbst dann, wenn es mir echt dreckig geht, ich mich trotzdem am nächsten Morgen aufraffe und mein Heft schnappe, fallen mir immer einige Dinge ein. Das ist zwar nicht immer leicht, aber da muss ich dann durch.

Von welchem Menschen hast du am meisten über Dankbarkeit gelernt?

Das bin wahrscheinlich ich selbst. Wenn du dich darauf einlässt, ist das konsequente Schreiben eines Dankbarkeitstagebuchs eine tolle Erfahrung, mit der du dein Leben veränderst.

 

Gregor Iwanoff, Extremsportler, Trainer, Speaker, bloggt auf www.gregoriwanoff.de

Gregor Iwanoff

Was hat den Anstoß für dich gegeben, mit dem Tagesjournal zu beginnen? Was hast du durch das tägliche Üben von Dankbarkeit über dich gelernt, was hat sich in deinem Leben verändert? 

Ursprünglich habe ich mit dem Tagesjournal begonnen, um meine Zeit besser nutzen zu können. Ich habe einen vollen Tag, viele Ideen, Pläne und eine Familie. Um das zu erreichen, was mir wichtig ist, muss ich meine Zeit mit Dingen verbringen, die wirklich relevant sind. Mein Tagesjournal hilft mir, einen Fokus auf die wichtigen Dinge des Tages zu legen und mehr Zeit mit Dingen zu verbringen, die ich wirklich tun möchte. Ein banales Vorgehen, eigentlich, doch ohne mein Tagesjournal habe viel Zeit für Dinge verschwendet, die weder schön noch hilfreich waren. Für mich ist es ein toller Weg, um meine Ziele zu erreichen, erfüllter zu leben und glücklicher zu sein.

Dankbarkeit habe ich durch das Tagesjournal gelernt und trainiert. Mein Leben ist dadurch reicher geworden, Negatives belastet mich weniger und ich bin glücklicher. Unser Gehirn ist auf Überleben programmiert, nicht darauf, dass wir glücklich sind. Glücklich zu sein ist eine Entscheidung, denn wir sind viel zu selten glücklich. Ich mache eine tägliche Übung daraus, glücklich zu sein, indem ich mit meinem Tagesjournal meine Dankbarkeit schule.

Von welchem Menschen hast du am meisten über Dankbarkeit gelernt?

Tony Robbins hat bei mir den Anfang gemacht und ich glaube, über ihn habe ich insgesamt auch am meisten erfahren.

 

Raphael Kolic, Blogger und Autor des Buchs Achtsame Selbsthypnose

Rraphael Kolic bloggt über achtsame Kommunikation.

Was hat den Anstoß für dich gegeben, mit einem Dankbarkeitstagebuch zu beginnen? Was hast du dadurch über dich gelernt, was hat sich in deinem Leben verändert?

Marshall Rosenberg der Gründer der Gewaltfreien Kommunikation berichtete oft darüber, dass er jeden Abend in sein Notizbuch schreibt, um zu feiern, was das Leben an diesem Tag bereichert hat. Ich denke, von ihm bekam ich das erste Mal die Idee ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Eine meiner Absichten war auch mein Bedürfnisbewusstsein zu trainieren: Also nicht lediglich darauf zu schauen, was gut oder schlecht ist, sondern mir bewusst zu sein, welche anerkennenswerte Grundbedürfnisse und Werte, dieses oder jenes in mir erfüllt hat.

Es gibt übrigens auch Belege, die zeigen, dass Studenten, die äußere Erlebnisse täglich auf ihre Werte und Bedürfnisse beziehen, mental stärker und widerstandsfähiger sind, als Studenten, die das nicht tun.

Ich kann nicht sagen, ob sich etwas deutlich verändert hat. Ich kann nur sagen, dass ich in Zeiten, in denen es mir gut geht, dankbarer bin, als in Zeiten in denen es mir nicht so gut geht. Immer wenn ich also meine Gewohnheit ins Dankbarkeitstagebuch zu schreiben aufgebe oder keine Motivation dafür mehr habe, ist das ein Zeichen, dass meine Work-Life Balance gerade etwas aus dem Ruder läuft.

Von welchem Menschen hast du am meisten über Dankbarkeit gelernt?

Das sind zwei Menschen: Marshall Rosenberg den ich eingangs schon erwähnt habe und Br. David Steindl-Rast, der das “dankbar leben”-Netzwerk in Österreich gegründet hat bzw. gratefulness.org auf internationaler Ebene. Er ist Mönch in einem Kloster im Salzburger Land. Als ich 20 war ging ich selbst für drei Monate in ein Kloster, um mich zu orientieren und lernte ihn in diesem Kloster kennen. Ich habe viel von ihm lernen dürfen, während wir nach dem Mittagessen gemeinsam die Teller abgetrocknet haben.

Bruder David ist durch seine Aktivitäten und Bücher sehr bekannt und viele begegnen ihm mit Bewunderung und Lob. Als ich ihn einmal gefragt habe, wie er mit dem Lob umgehe antwortete er: „Es geht ins recht Ohr rein, beim linken Ohr wieder raus und während es durch mein Gehirn wandert massiert es mich.“ Bruder David hat übrigens auch einen der meist gesehenen Ted Talks über Dankbarkeit gehalten. 

 

Robert Gladitz, Youtuber und Gründer der Awesome People Conference

Robert Gladitz

Was hat den Anstoß für dich gegeben, mit einem Dankbarkeitstagebuch zu beginnen? Was hast du dadurch über dich gelernt, was hat sich in deinem Leben verändert?

Es gibt Menschen, die haben ein Dankbarkeitstagebuch dringend nötig – ich bin einer davon. Wenn ich ein gesetztes Ziel erreiche, ist meine Default-Reaktion sofort „Okay nice, jetzt direkt das nächste!“. So kann es dann schnell mal passieren, dass ich zwar echt viel erreiche, das aber nicht wirklich wertschätzen und annehmen kann. Nicht gut!

Zum Thema Dankbarkeitstagebuch führen bin ich durch Alex Ikonn gekommen – wahnsinnig inspirierender Typ! Er führt mehrere Businesses, darunter auch das Five Minute Journal zusammen mit seinem Geschäftspartner UJ Ramdas.

Es ist als physisches Buch* und als App erhältlich und ist eigentlich super simpel: Jeden Morgen stellt man sich unter anderem die Frage: „Für welche drei Dinge bin ich dankbar?“

Das hat für mich enorm viel verändert! Mittlerweile kann ich all die großen (und auch kleinen) Dinge, die in meinem Leben passieren, viel mehr schätzen. Einfach nur, indem ich mir seit einigen Monaten täglich fünf Minuten Zeit nehme, um darüber nachzudenken. Simple as that! Denn ich bin der Meinung, dankbare Menschen sind nicht dankbare Menschen, weil sie von Natur aus dankbare Menschen sind, sondern weil sie ihre Dankbarkeit aktiv praktizieren. Wie ein Muskel, der trainiert werden will. Und wenn wir uns dann einen fetten Dankbarkeits-Bizeps aufgebaut haben, fällt es auch in schwierigen Situationen viel leichter, den Blick auf den Weg zu richten, wenn links und rechts alles einzubrechen droht.

Dankbarkeit ist eine unglaublich wichtige Eigenschaft – denn wem nützt es, wenn wir all unsere Ziele erreichen und trotzdem unglücklich sind? Niemandem! Sei dankbar. Ein Tagebuch wird Dich dabei unterstützen.

 

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt! Hast du auch Erfahrungen mit einem Dankbarkeitsjournal oder  kennst du andere gute Quellen, um mehr über Dankbarkeitsübungen zu erfahren? Gerne ab damit in die Kommentare. Ich bin gespannt!

 

Mehr zum Thema Dankbarkeit

  • Für Veränderungsbereite: Get.On: kostenloses Online-Training zur Dankbarkeit (im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie unter Leitung der Leuphana Universität) – aktuell werden Teilnehmer gesucht!
  • Für Eilige: Zwei schnelle Dankbarkeitsübungen von Tim von MyMonk
  • Für Gründliche: Lest das Buch „Glück“ von Mathieu Richard – lohnt sich!

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3 Comments 5 erfolgreiche Blogger über ihr geheimes Glücksrezept

  1. Katharina

    Hi Paul,
    schöne Interviews, die zum Nachdenken anregen. Ich bin furchtbar was Tagebücher angeht, von daher weiß ich nicht, ob ein solches Journal bei mir wirklich nützlich wäre, aber die Idee ist schon richtig. Wir sind viel zu selten für das was wir haben dankbar. Dabei sind es eigentlich die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Statt immer darauf zu warten, dass in Zukunft alles besser wird, ist es wichtig auf das zu achten, was wir gerade tun und wie es uns genau damit geht. Was es für mich genau bedeutet habe ich in „The joy of little things“ hier beschrieben: http://www.diverettes.de/lifestyle/gluecksmomente-the-joy-of-little-things/
    In diesem Sinne, genieße die schönen Momente Deines Tages in vollen Zügen!
    Viele Grüße
    Katharina

    Reply
    1. Paul

      Hi Katharina,
      danke fürs Kommentieren 🙂 Ich bin auch nicht 100%ig mit meinen Schreibgewohnheiten. Aber da jedes Mal wirkt, ist das auch gar nicht schlimm…Schöner Text zu den Glücksmomenten, Dankbarkeitstagebücher sind quasi die DVD zu den Live-Momenten, um sie nochmal zu erleben, so als kleinen Motivationsanschub für dich ;). Mach dir ein schönes Feiertagswochenende, Grüße
      Paul

      Reply
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